Wenn das Kind nicht mehr in die Kita gehen will

05.07.2019
Auch der Alltag im Kindergarten verläuft nicht immer harmonisch. Meist ist nichts schlimmes vorgefallen, wenn ein Kind plötzlich nicht mehr gern in die Kita geht. Eltern sollten auf behutsame Ursachensuche gehen.
Oft ist es nur eine Phase, wenn das Kind nicht mehr gern in die Kita geht. Foto: Waltraud Grubitzsch
Oft ist es nur eine Phase, wenn das Kind nicht mehr gern in die Kita geht. Foto: Waltraud Grubitzsch

Fürth (dpa/tmn) - Die Eingewöhnungszeit lief prima, lange Zeit ging das Kind gerne in den Kindergarten. Doch jetzt will es plötzlich nicht mehr. Und die Eltern rätseln: Warum? Und wie sollten wir reagieren?

«Wenn das Kind schon sprechen kann, sollte man fragen, was passiert ist», rät Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Oft gäbe es einfache Erklärungen für den Sinneswandel. Vielleicht gibt es ja ein neues Kind, das in die Gruppe gekommen ist. Es könnte Streit gegeben haben.

«Oder die Erzieherin hat aus Sicht des Kindes etwas Blödes getan oder gesagt. Vielleicht hat auch nur das Essen nicht geschmeckt?», zählt der Erziehungsberater mögliche Ursachen auf. Ist der Grund nicht mit dem Kind zu klären, sollte das Gespräch mit der Bezugserzieherin gesucht werden. Wenn es mit dem Kindergarten schon mal geklappt hat, könnte etwa eine erneute Eingewöhnungszeit helfen.

Manchmal seien es aber auch die Eltern selbst, die für den Verhaltensumschwung sorgen - weil sie nicht loslassen können. «Man muss es auch mal aushalten, wenn das Kind beim Abschied weint», erklärt der Sozialpädagoge.

Wenn das Kind noch sehr jung ist, könnte es vielleicht auch noch zu früh für den Kindergarten gewesen sein. Wenn alle Dinge ausgeschöpft sind, die man selbst ändern oder beeinflussen kann, bliebe laut Ritzer-Sachs nur eine Konsequenz: «Den Kita-Besuch verschieben.»

Elternberatung der bke


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die dramatische Personalnot zwingt manche Kita sogar zur Schließung. Foto: Frank Molter/Symbolbild Manche Kita macht tageweise dicht In vielen Kitas fehlen Erzieherinnen und Erzieher. Mitunter ist die Not so groß, dass Einrichtungen die Betreuungszeiten herunterfahren oder tageweise schließen müssen - extrem schwierig für berufstätige Eltern. Wie können sie mit dieser Situation umgehen?
Wechseln Kinder die Kita, planen Eltern am besten genügend Eingewöhnungszeit ein. Foto: Monika Skolimowska Bei Kita-Wechsel erneut Eingewöhnungszeit einplanen Ein Umzug mit der Familie kann einiges durcheinander bringen. Auf Kinder wirkt die neue Umgebung einschüchternd. Daher sollte auch der Neuanfang in der Kita mit genügend Eingewöhnungszeit kalkuliert werden.
Mit 39 Prozent arbeiten überdurchschnittlich viele Mütter in Deutschland in Teilzeit, das ergab eine Studie der OECD. Foto: Patrick Pleul Mütter in Deutschland weniger berufstätig als anderswo Familie oder Beruf? Diese Frage gehört für Frauen in Deutschland noch immer nicht der Vergangenheit an. Der Kompromiss heißt öfter als anderswo Teilzeit - mit starken Einbußen beim Einkommen.
Wenn ältere Spielgefährten in die Schule kommen, fühlen sich jüngere Kindergartenkinder häufig zurückgelassen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa Freunde gehen weg: Kinder in der Kita brauchen neue Rolle Wenn Spielgefährten in die Schule kommen, reagieren die zurückbleibenden Kita-Kinder zunächst traurig. Doch Eltern haben einige Möglichkeiten, ihren Kindern diese Erfahrung so wenig einschneidend wie möglich erscheinen zu lassen.