Welche Hausmittel bei Durchfall wirklich helfen

10.06.2020
Im Sommer haben Bakterien wie Salmonellen leichteres Spiel. Eine Infektion führt dann schnell zu Durchfall. Hausmittel lindern Beschwerden - bei bestimmten Warnsignalen sollte man aber zum Arzt.
Hausmittel gegen Durchfall: Schwarzer Tee kann Beschwerden lindern und gleicht außerdem den Flüssigkeitsverlust aus. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Hausmittel gegen Durchfall: Schwarzer Tee kann Beschwerden lindern und gleicht außerdem den Flüssigkeitsverlust aus. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Hannover (dpa/tmn) – Bei Durchfall können geriebener Apfel oder Karottensuppe möglicherweise helfen. Das seien klassische Hausmittel für die Selbstbehandlung, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Demnach binde das Apfelpektin überschüssiges Wasser, was sich festigend auf den Stuhl auswirkt. Bestimmte Säuren in den Karotten würden wiederum die Bakterien binden, sodass diese sich nicht mehr so zahlreich an den Darmzellen anheften.

Auch Schwarztee und Tees mit Odermeningkraut oder Brombeerblättern könnten Beschwerden lindern - gleichzeitig wirke man dem Flüssigkeitsverlust entgegen, wenn man viel trinkt. Elektrolytlösungen versorgen den Körper zusätzlich mit Mineralstoffen.

Warnsignale für Austrocknung beachten

Trockene Lippen, Schluckbeschwerden oder Konzentrationsprobleme sind den Experten zufolge mögliche Warnsignale für eine Dehydration - also eine Austrocknung des Körpers. Im schlimmsten Fall drohten dann durch sogenannte Elektrolytverschiebungen Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufversagen, betont die Apothekerkammer.

Gerade Säuglinge, Kinder und Senioren können bei Durchfall schnell dehydrieren. Hier ist ein Arztbesuch ratsam. Generell gilt: Kommt zum Durchfall noch Fieber dazu, dauert er länger als drei Tage an und hat man schmerzhafte Krämpfe und Blutungen, klärt man das lieber ab.

Bakterien haben es im Sommer leichter

Bei sommerlichen Temperaturen haben Bakterien wie Salmonellen oder Campylobacter nach Angaben der Apothekerkammer leichteres Spiel. Sie vermehrten sich schneller und lebten länger – deshalb sei Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln umso wichtiger: Fleisch gut durchgaren und die Hände nach der Zubereitung gründlich waschen zum Beispiel. Auch die Einhaltung von Kühlketten ist wichtig, damit sich etwa Salmonellen nicht ausbreiten.

Bundesinstitut für Risikobewertung zu Campylobacter

Portal infektionsschutz.de der BZgA zu Salmonellen


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Abgepackter Salat spart Arbeit. Die Plastiktüten sind allerdings auch ein hervorragender Nährboden für Keime. Foto: Arno Burgi/dpa-tmn Wie gut sind abgepacktes Obst und Gemüse? Es ist praktisch und spart eine Menge Zeit: geschnittenes Obst und Gemüse aus dem Kühlregal. Doch in den Verpackungen können neben Vitaminen auch Krankheitserreger stecken. Manche Menschen sollten vorsichtig sein.
Stehen Pools längere Zeit mit Wasser befüllt im Garten, entsteht eine hohe Keimdichte. Vor allem Kinder, Schwangere und Senioren können dann schnell erkranken. Foto: Patrick Pleul Im Gartenpool lauert unsichtbare Gefahr Pools im eigenen Garten werden immer beliebter - auch dank günstiger Angebote im Internet und Baumarkt. Doch der Badespaß kann Risiken bergen.
Linsen-, Mungbohnen-, Adukibohnen-, Kichererbsen- oder Sonnenblumensprossen sind gute Vitaminlieferanten und geben vielen Gerichten eine pfiffige Note. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn Vitaminlieferant für den Winter: Sprossen selbst züchten Bei dem Gedanken an Sprossen gruselt es den einen oder anderen noch immer: Die Belastung mit EHEC ist vielen in schlechter Erinnerung. Doch die Keimlinge werden heute streng kontrolliert. Wer selbst welche zieht, sollte einiges beachten.
Nach der Verarbeitung von frischem Geflügel, sollten Geräte und Hände gründlich gewaschen werden. Foto: Andreas Gebert/dpa Küchengeräte nach Verarbeitung von rohem Geflügel reinigen Noch vor den Salmonellen können Campylobacter-Bakterien Darminfektionen verursachen. Deshalb sollte bei der Zubereitung von Frischgeflügel auf eine ausreichende Hygiene geachtet werden.