Welche Elektrozahnbürste passt zu mir?

13.01.2021
Sie gelten zwar als effektiver als Handzahnbürsten. Doch auch elektrische Zahnbürsten müssen mit der richtigen Technik genutzt werden - hier gibt es je nach Modell erhebliche Unterschiede.
Keine Umstellung bei der Putztechnik: Schallzahnbürsten ähneln in ihrer Handhabung einer Handzahnbürste. Foto: Kierzkowski/proDente e.V./dpa-tmn
Keine Umstellung bei der Putztechnik: Schallzahnbürsten ähneln in ihrer Handhabung einer Handzahnbürste. Foto: Kierzkowski/proDente e.V./dpa-tmn

Witten (dpa/tmn) - Manche drehen hin und her, andere vibrieren. Und dann gibt es noch Extras wie Drucksensoren und Timer. Elektrische Zahnbürsten gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen.

Worauf kommt es wirklich an bei der Ausstattung, und was ist bei der Handhabung der Elektrobürsten zu beachten?

Rotation oder Vibration

Sogenannte oszillierend-rotierende Zahnbürsten haben runde Bürstenköpfe. Nach Angaben der Stiftung Warentest machen sie typischerweise mehrere Tausend schwingende Seitwärtsbewegungen pro Minute und rotieren zudem in einem Winkel von 50 bis 70 Grad vor und zurück. Bei einigen kommen noch dazu pulsierende Bewegungen. «Dadurch sollen die Zahnbeläge zusätzlich gelockert werden», erläutert der Zahnmediziner Prof. Stefan Zimmer von der Uni Witten/Herdecke.

Schallzahnbürsten dagegen haben längliche Bürstenköpfe. Sie machen laut Stiftung Warentest 13 000 bis 40 000 vibrierende Bewegungen pro Minute. «Die Frequenz liegt im Schnitt bei 250 Hertz», sagt Zimmer.

Als dritte Variante kommen Bürsten dazu, die im Ultraschallbereich und damit in einem sehr viel höheren Frequenzbereich schwingen. Laut Dirk Kropp, Geschäftsführer der Initiative ProDente, spielen sie auf dem Massenmarkt allerdings keine große Rolle.

Eine Frage der Putztechnik und des Fleißes

Qualitativ, also mit Blick auf die Reinigungsleistung, seien die Unterschiede zwischen den beiden Techniken oszillierend-rotierend und vibrierend nicht groß, sagt Lea Sophie Lukas von der Stiftung Warentest. Für wen welches Modell besser geeignet sei, sei eher eine Frage der Putztechnik und des Fleißes.

Mit einer rotierenden Bürste muss man jeden Zahn einzeln einige Sekunden lang putzen, erläutert die Stiftung Warentest. Zudem gelte es, den Bürstenkopf auch in die Zahnzwischenräume zu schwenken.

Wer etwas nachlässiger putzt, erreicht mit der Schallbürste laut Warentesterin Lukas mehrere Zähne auf einmal. Zahnmediziner Zimmer ergänzt: «Die Schallzahnbürste verzeiht eher, wenn man nicht die richtige Technik beherrscht.» Dem Professor zufolge liegt der größte Vorteil der Schallzahnbürsten darin, dass man sie im Prinzip so anwenden kann wie eine Handzahnbürste.

Manche Bürsten warnen vor zu viel Druck

Weiß man oder bekommt es vom Zahnarzt gesagt, dass man zu fest aufdrückt, sollte man darauf achten, eine elektrische Zahnbürste mit Andruckkontrolle zu wählen, rät Dirk Kropp. Deren Bürsten reagierten mit Blinken oder Brummen, wenn man zu kräftig aufdrückt. «Das bieten zum Teil auch die Bürsten, die nicht die Welt kosten», sagt Warentesterin Lukas.

Die Stiftung Warentest hat erst kürzlich elektrische Zahnbürsten untersucht (Zeitschrift «test», Ausgabe 12/2020). Eine Erkenntnis aus dem Bericht lautet: Nicht nur den Anschaffungspreis beachten, sondern auch die Folgekosten. Man sollte sich vor dem Kauf informieren, wie teuer die Bürstenaufsätze sind. Denn sie sollten alle drei Monate gewechselt werden, empfiehlt Lukas

Der Zeitfaktor beim Putzen

Egal, für welche Technik man sich letztlich entscheidet. Der Putzerfolg ist auch eine Frage der Zeit, die man sich dafür nimmt. «Man sollte nicht unter zwei Minuten putzen», rät Lukas. Darum sei es umso erfreulicher, dass auch die ein wenig preisgünstigeren Bürsten mittlerweile über einen Timer oder ein Putzzeitsignal verfügten.

Zahnmediziner Zimmer betont aber: Jeder Mensch brauche unterschiedlich lang, weil die Gebisse sehr unterschiedlich seien.

© dpa-infocom, dpa:210112-99-997282/5


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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