Was Pflege-Hilfskräfte dürfen - und was nicht

12.04.2019
Bei der Pflege eines Angehörigen helfen oft Fachkräfte aus dem Ausland. Gut zu wissen ist jedoch, welche Qualifikation die Person hat. Denn bestimmte Aufgaben sollte nur eine ausgebildete Pflegekraft übernehmen.
Pflegedienst ist nicht gleich Betreuungsdienst. Manche Arbeiten bei der Pflege eines Angehörigen gehören nicht zum Aufgabenfeld des Betreuers. Foto: Daniel Karmann
Pflegedienst ist nicht gleich Betreuungsdienst. Manche Arbeiten bei der Pflege eines Angehörigen gehören nicht zum Aufgabenfeld des Betreuers. Foto: Daniel Karmann

Baierbrunn (dpa/tmn) - Für die Pflege eines Menschen daheim holen sich viele Angehörige Hilfe - zum Beispiel aus dem Ausland. Vermittelt werden diese Pflegekräfte meist über Agenturen, oft kommen sie aus Osteuropa.

Wenn man es genau nimmt, sind sie aber oft gar keine Pflegekräfte, sondern Haushalts- oder Betreuungskräfte. Und das hat konkrete Auswirkungen für die Praxis, erklärt die Zeitschrift «Senioren Ratgeber» (Ausgabe 4/2019).

So dürfen die Betreuungskräfte zwar bei der sogenannten Grundpflege helfen - beim Anziehen und Waschen zum Beispiel oder beim Essen. Außerdem können sie mit den Pflegebedürftigen spazierengehen oder sie anderweitig beschäftigen. Medikamente geben dürfen sie aber nicht, wenn sie keine ausgebildeten Pflegekräfte sind. Auch Wundversorgung oder Katheterwechsel ist ein Fall für den Pflegedienst.

Gleichzeitig sind Hilfskräfte aus dem Ausland vor allem für die Betreuung zuständig. Im Haushalt sollten sie deshalb nur unterstützend mitarbeiten. Alltagstätigkeiten wie Einkaufen, die Zubereitung des Frühstücks oder die Wäsche gehören also dazu - der Frühjahrsputz oder Gartenarbeit dagegen eher nicht.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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