Was hinter Schmerzattacken im Gesicht steckt

25.08.2020
Bei Anspannung sticht es plötzlich. Das ist erstmal kein Grund zur Sorge, beruhigt ein Mediziner. Doch manchmal können die Schmerzen auch Ursachen haben, die Sie besser abklären lassen.
Wenn es hin und wieder im Gesicht sticht oder zuckt, kann Stress die Ursache sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Wenn es hin und wieder im Gesicht sticht oder zuckt, kann Stress die Ursache sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) – Plötzlich zuckt oder sticht es im Gesicht. Das kann einem Sorgen machen, dahinter muss aber nichts Ernstes stecken, wie der Neurochirurg Prof. Uwe Kehler aus Hamburg in der Zeitschrift «Good Health» (Ausgabe 7/20) erläutert.

So etwas könne jedem hin und wieder einmal passieren, vor allem bei Stress und Anspannung, so der Mediziner. Das sei das völlig normal.

Schmerzen im Gesicht können aber auch andere Ursachen haben: Nasennebenhöhlenentzündungen, Zahnfehlstellungen oder Karies etwa sind mögliche Auslöser für Beschwerden im Kiefer. Eine Irritation der Nerven (Neuralgie) kann für ein Stechen in Stirn oder Kiefer sorgen.

Ist zum Beispiel der Drillingsnerv (Nervus trigeminus) eingeklemmt, könnten bereits leichte Berührungen, Zähneputzen oder ein kühler Windhauch einen stechenden Schmerz auslösen, der bis zu 100 Mal hintereinander auftritt, wie Kehler erläutert. Die Erkrankung trete allerdings eher selten und häufig erst bei Menschen ab 60 Jahren auf. Bluthochdruck sei ein Risikofaktor dafür.

Generell rät der Experte: Lassen die stechenden Schmerzen im Gesicht nicht nach, sollte man einen Facharzt aufsuchen – das könne ein Kieferorthopäde, ein Neurologe oder ein Neurochirurg sein. Den Medizinern hilft es bei der Diagnose, wenn man zuvor Art und Zeitpunkt der Schmerzen notiert hat.

© dpa-infocom, dpa:200825-99-300105/2

Profil Prof. Uwe Kehler


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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