Was ein Cool-down nach dem Training bringt

25.09.2019
Das Aufwärmen kennen die meisten Hobbysportler - aber was kommt nach dem Training? Cool-down nennt sich das. Bringt das überhaupt etwas? Und was sollte man dabei beachten?
Wer seine Jogging-Einheit beendet, sollte zunächst einige Minuten moderat weiterlaufen bis sich der Puls normalisiert hat. Foto: Wolfgang Kumm
Wer seine Jogging-Einheit beendet, sollte zunächst einige Minuten moderat weiterlaufen bis sich der Puls normalisiert hat. Foto: Wolfgang Kumm

Frankfurt/Main(dpa/tmn) - Der Puls rast, das Herz pocht, der Schweiß klebt überall - was aber kommt nach dem Sport? Wenn man sich richtig ausgepowert hat, kann danach ein sogenanntes Cool-down dabei helfen, das Herz-Kreislauf-System wieder einzupegeln.

«Das hängt aber von der Intensität und Sportart ab», erklärt Orthopäde Axel Klein. Er ist Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP).

Bei Ausdauersportarten wie Joggen oder Schwimmen empfiehlt Klein nach intensivem Training ein aktives Cool-down, also moderates Weiterbewegen wie Auslaufen oder Ausschwimmen. Umgekehrt heißt das: Nicht einfach abrupt aufhören oder stehen bleiben, denn das kann in extremen Fällen auch bis zur Ohnmacht führen.

Intensität richtet sich nach subjektivem Empfinden

Je nach Intensität des Trainings sollte man sich mindestens fünf bis zehn Minuten Zeit für das Abkühlen nehmen. Als Faustregel gilt: Der Puls sollte danach bei unter 100 Schlägen pro Minute liegen. «Aber da gibt es individuelle Unterschiede», so der Mediziner.

Was aber gilt überhaupt als intensiv? «Zum einen spielt hier die Pulsfrequenz eine Rolle, vor allem aber auch das subjektive Empfinden», erklärt Klein. Denn was als anstrengend empfunden wird, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Moderates Dehnen reicht nach intensivem Training

Oft sieht man auch Hobbysportler, die sich vor und nach dem Auspowern recken und strecken. Klein rät da zur Mäßigung: «Müde Muskeln sollte man nicht massiv stretchen.» Besser seien moderate Dehnübungen. Wer sich ausgiebig strecken möchte, sollte das eher mit ausgeruhten Muskeln oder nach weniger anstrengendem Training tun.

Nach dem Krafttraining sieht Klein eher wenig Handlungsbedarf für ein Cool-down: «Normalerweise werden da keine andauernden Pulsspitzen erreicht.» Auch hier rät der Experte vom extremen Stretchen ab - moderate Dehnungsübungen genügen. Ausnahmen seien lediglich sehr anstrengende Übungen wie etwa Klimmzüge.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Beim Ski-Langlauf kommt fast jede Muskelgruppe zum Einsatz - das ist gut für die Durchblutung und damit auch fürs Herz. Foto: dpa-tmn Was Ski-Langlauf so gesund macht Entspanntes Gleiten im Wald statt rasante Schussfahrt auf der Piste: Ski-Langlauf ist nicht nur ganz anders als Ski Alpin - er ist oft auch gesünder. Anfänger müssen aber trotzdem einiges beachten.
Nicht nur die sportliche Betätigung selbst, auch die Regeneration danach ist wichtig. Sportler sollten ihrem Körper dann ruhig ein wenig Aufmerksamkeit schenken. Foto: Christin Klose Lockerungsübungen für verschiedene Sportarten Nach dem Sport ist vor dem Sport. Damit die Muskeln zwischendurch auch wachsen können, ist es wichtig, zur Ruhe zu kommen. Je nach Sportart können unterschiedliche Körperpartien gezielt gelockert werden.
Sport in der Gruppe kann für Senioren auch gut sein, um andere Menschen kennenzulernen. Foto: Henning Kaiser Runter vom Sofa, ab zum Training: Im Alter mit Sport starten Sport ist Mord? Von wegen. Gesundheitliche, aber auch soziale Gründe sprechen für Sport - auch und gerade für Senioren. Nehmen Frauen und Männer im Alter erstmals ein Training auf, sollten sie sich vorher aber vom Arzt beraten lassen.
Wer ein paar Hinweise beachtet, sitzt schnell wieder wie gewohnt im Sattel. Foto: Angelika Emmerling/ACE Auto Club Europa/obs So gelingt der Wiederaufstieg aufs Rad Radfahren verlernt man nicht. Wer aber nach langer Zeit wieder aufs Rad steigen will, sollte einige Dinge beachten. Gerade bei E-Bikes ist Vorsicht geboten.