Warum Sie sich beim Ausdauertraining mäßigen sollten

14.08.2019
Effektiver Ausdauersport trainiert das Herz-Kreislauf-System und beugt Krankheiten wie Diabetes vor. Doch Hobbysportler sollten es dabei nicht übertreiben. Ein Fitnessexperte erklärt, warum.
Wer sich beim Sport ständig richtig auspowert, sollte ab und zu einen Gang herunterschalten. Denn den Körper könnte das überfordern. Foto: Sebastian Kahnert
Wer sich beim Sport ständig richtig auspowert, sollte ab und zu einen Gang herunterschalten. Denn den Körper könnte das überfordern. Foto: Sebastian Kahnert

Köln (dpa/tmn) - Auspowern und schwitzen bis zum Anschlag, lautet das Motto bei vielen Hobbysportlern. Dabei macht das Prinzip der subjektiven Unterforderung beim Ausdauersport mehr Sinn, wie Prof. Ingo Froböse erklärt. Er leitet das Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln.

Denn wer nach der Anstrengung noch denkt: «Das mache ich morgen gleich nochmal», der trainiert genau richtig, so Froböse. Geht jemand etwa joggen und kann sich dabei noch mit einem Freund unterhalten, ist er subjektiv unterfordert und nicht völlig ausgelaugt. Auf diese Weise trainiert man im aeroben Bereich: Der Körper hat ausreichend Sauerstoff zur Verfügung und greift auf Fettreserven zurück.

Das Prinzip eignet sich besonders gut für diejenigen, die regelmäßig ihre Ausdauer trainieren wollen. So lässt sich das Herz-Kreislauf-System stärken und Krankheiten wie Diabetes vorbeugen. Ideal sind zwei bis drei 30-minütige Einheiten pro Woche - am besten sind Sportarten wie Walken und Radfahren.

Wer sich am liebsten ständig richtig ins Zeug legt, sollte also ab und zu einen Gang herunterschalten. Denn auf Dauer kann ständiges Auspowern Systeme innerhalb des Körpers überfordern. Das kann etwa zum sogenannten Sportlerburnout oder der Unterdrückung des Immunsystems führen, so Froböse.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Auch Senioren können in Fitnessstudios etwas für Beweglichkeit und Kondition tun. Viele Studios haben dafür sogar eigene Kurse und Angebote. Foto: Halfpoint/Westend61 Welche Fitnessstudios sich für Menschen ab 65 eignen Mit dem Alter nimmt die Muskelmasse ab, der Körper wird steifer, die Hormone stellen sich um. Sport und Bewegung helfen dabei, diese Prozesse zu verlangsamen. Doch wie finde ich dafür das passende Fitnessstudio? Und was bringen spezielle Angebote für Ältere?
Höher, schneller, weiter: Um einer Überforderung durch das Training vorzubeugen, sind vor allem Pausen wichtig. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn Überforderung im Sport vermeiden Höher, schneller, weiter - das sind nicht mehr nur die Ziele von Leistungssportlern. Im Amateurbereich versuchen viele, ihre Leistung zu optimieren - dabei kann die Gesundheit auf der Strecke bleiben.
Die Trainingsform HIIT lässt sich mit vielen Sportarten kombinieren - selbst Exoten wie dem Battle Rope Training. Foto: Christin Klose/dpa-tmn So funktioniert der Fitness-Trend HIIT Wenig Zeit investieren, viel Gewicht verlieren. Das verspricht die Trainingsform HIIT. Kann das tatsächlich klappen? Ja, sagen Experten - teilweise.
Gewichte gehören zum Crossfit dazu. Es geht auch darum, die eigenen Grenzen immer wieder auszutesten. Foto: Franziska Gabbert Wie Crossfit das Zirkeltraining aufmotzt Die Crossfit-Macher haben das eingestaubte Zirkeltraining neu erfunden. Um die Wette und zu lauter Musik ist das Turn- und Gewichtetraining geradezu spektakulär. Doch die Fitness-Rekordjagd birgt Risiken.