Wärme und Ruhe bringen Demenzkranke gut durch die Nacht

15.03.2019
Ältere Menschen leiden häufig unter Schlafstörungen. Bei Demenzkranken kann nächtliche Unruhe ein noch größeres Problem werden - etwa wenn sie aufstehen und in der Wohnung die Orientierung verlieren. Wie bringt man Betroffene am besten zum Durchschlafen?
Damit Demenzkranke nachts durchschlafen, achten Angehörige am besten auf eine ruhige Atmosphäre und die richtige Raumtemperatur. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Damit Demenzkranke nachts durchschlafen, achten Angehörige am besten auf eine ruhige Atmosphäre und die richtige Raumtemperatur. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Baierbrunn (dpa/tmn) - Demenzkranke schlafen besser, wenn es kurz vorher nicht mehr allzu aufregend zugeht. Spannende oder anregende Aktivitäten legen pflegende Angehörige deshalb am besten auf den Vormittag, heißt es in der Zeitschrift «Senioren Ratgeber» (Ausgabe 3/2019).

Vor dem Schlafengehen ist Ruhe das beste Mittel - in Form von Musik etwa, auch ein Bad oder Massagen helfen beim Entspannen. Eine gute Einschlafhilfe ist die richtige Kombination aus Wärme und Kälte: Der Körper selbst sollte eher warm sein, dank dicker Socken oder einer Wärmflasche zum Beispiel.

Im Schlafzimmer darf es dafür eher kalt sein, ideal sind 16 bis 20 Grad. Gut für erholsame Nächte kann es auch sein, wenn Demenzkranke immer zur selben Zeit ins Bett gehen - und der Wecker morgens auch immer zur selben Zeit klingelt. Denn feste Abläufe geben Halt.

Trotzdem ist es oft nicht zu vermeiden, dass Menschen mit Demenz nachts aufwachen und zum Beispiel durch die Wohnung laufen. Dafür sollten Angehörige vorsorgen: zum Beispiel mit gedämpfter Beleuchtung für mehr Trittsicherheit und bessere Orientierung. Räume mit potenziell gefährlichem Inhalt kann man absperren.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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