Völliger Verzicht: Trockenfasten - lieber nicht!

12.05.2021
Es ist eine besonders radikale Methode: Beim Trockenfasten wird zeitweise vollständig auf Flüssiges und Festes verzichtet - das soll große Effekte bringen. Experten warnen vor Gefahren.
Wer fastet, sollte auf genügend Flüssigkeit achten. Von «Trockenfasten» raten Gesundheitsexperten ab. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Wer fastet, sollte auf genügend Flüssigkeit achten. Von «Trockenfasten» raten Gesundheitsexperten ab. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Saarbrücken (dpa/tmn) - Keine feste Nahrung, keine Flüssigkeit: Trockenfasten soll den Körper besonders effektiv entgiften. Dies behaupten zumindest die Verfechterinnen und Verfechter dieses eher bedenklichen Fastenansatzes. Ernährungswissenschaftler warnen indes vor Gesundheitsschäden, wenn man dem Körper zu lange trocken legt.

Die Einschätzung der Ernährungsexpertin Aline Emanuel ist ähnlich: «Wissenschaftlich betrachtet ist das Trockenfasten nicht erforscht - und stellt für den Normalbürger eher ein Risiko dar», erklärt die Dozentin der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken.

Vor allem der weitgehende Verzicht auf Wasser bei dieser Methode ist aus Sicht der Expertin ein Problem. Schon geringe Wasserverluste von rund zwei Prozent des Körpergewichtes sorgten demnach für eine verminderte Leistungsfähigkeit in Folge der Dehydration.

Kopfschmerzen und Probleme mit der Verdauung seien möglich: «Gerade deshalb ist es wichtig, ausreichend zu trinken», so Emanuel. 1,3 bis 1,5 Liter sollten es bei Erwachsenen täglich mindestens sein.

In der Praxis lasse sich ein Teil des Tagesbedarfs an Flüssigkeit zwar über wasserhaltiges Obst und Gemüse abdecken, aber eben nicht ausschließlich.

© dpa-infocom, dpa:210511-99-558776/2

Süddeutsche.de: Ernährungsmediziner Hans Hauner zu Trockenfasten


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Beim Fasten wird so einiges vorübergehend vom Speiseplan gestrichen. Tee ist aber eigentlich immer erlaubt. Foto: Monique Wüstenhagen Beim Fasten muss es nicht die harte Tour sein Wer sich etwas Gutes tun will, kann es mit einer Fastenkur versuchen. Der Körper wird entgiftet, tankt neue Energie - und nebenbei purzeln auch noch die Pfunde. Dafür muss man nicht radikal auf Nahrung verzichten - man darf sehr wohl essen, nur eben bewusst und richtig.
Nur in bestimmten Zeiträumen zu essen, ist die gängigste Form des Intervallfastens. Foto: Sandra Roesch/Westend61/dpa-tmn Was bringt das Essen nach der Uhr? Hier ein Snack, da ein Softdrink: Viele Menschen füttern ihren Körper nahezu ständig mit Kalorien. Das muss nicht sein - im Gegenteil: Auch regelmäßige Essenspausen können der Gesundheit guttun.
Um den Säure-Basen-Haushalt im Körper wiederherzustellen, isst man beim Basenfasten eine Zeit lang ausschließlich Obst und Gemüse. Foto: Monique Wuestenhagen Was Basenfasten bringen soll Eine Woche lang nur Obst und Gemüse - das ist Basenfasten. Der gewünschte Effekt: Der Körper soll einen Energie-Kick bekommen - und nebenbei können auch ein paar überflüssige Pfunde Körpergewicht purzeln.
Einige Stunden am Tag oder einige Tage pro Woche - Wer immer wieder Essenspausen einlegt und in dieser Zeit nur Wasser trinkt, tut seinem Körper tatsächlich etwas Gutes. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn Fit und schlank - Intervallfasten entlastet den Körper Im Silicon Valley greift ein eigenartiger Trend um sich: Die Menschen verzichten stunden- oder tagelang auf Essen, um danach ordentlich reinzuhauen. Angeblich können sie sich besser konzentrieren. Gesund sein soll es auch noch. Was ist dran am Intervallfasten?