Viele machen sich vor dem Arztbesuch online schlau

11.08.2020
Warum zwickt es im Bauch? Wieso tränen meine Augen? Vor dem Gang in die Praxis recherchieren viele erstmal im Internet, wie eine Umfrage zeigt. Das hört auch nach dem Arztbesuch nicht auf - warum?
Welche Krankheit könnte ich haben? Wer sich schlecht fühlt, recherchiert vor dem Arztbesuch oft erstmal im Internet. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Welche Krankheit könnte ich haben? Wer sich schlecht fühlt, recherchiert vor dem Arztbesuch oft erstmal im Internet. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) – Bei körperlichen Beschwerden machen sich viele Menschen in Deutschland vor dem Arztbesuch erstmal selbst kundig, was dahinter stecken könnte. 53 Prozent geben in einer Umfrage von Bitkom Research an, vorher online Infos zu ihren Symptomen einzuholen.

Rund jeder Siebte (14 Prozent) macht das regelmäßig, etwa jeder Sechste (18 Prozent) manchmal, gut jeder Fünfte (21 Prozent) selten. Knapp die Hälfte (45 Prozent) hat sich nach eigenen Angaben vor dem Gang in die Praxis noch nie online schlau gemacht.

Nach dem Arztbesuch stellen sich offenbar noch mehr Menschen Fragen als vorher, lassen die Zahlen aus der Umfrage vermuten. 61 Prozent der Befragten gaben an, sich danach online mindestens hin und wieder zu Diagnose oder verschriebenen Medikamenten zu erkundigen.

Vielen geht es dabei um eine zweite Meinung oder zusätzliche Informationen. Rund ein Drittel (31 Prozent) derer, die im Anschluss an den Arztbesuch online recherchieren, nennen als Grund aber auch, dass sie die Erläuterungen des Mediziners nicht verstanden haben. 1093 Personen ab 16 Jahren wurden telefonisch befragt.

© dpa-infocom, dpa:200811-99-127915/2

Bitkom-Mitteilung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
In Zeiten von Corona setzen auch ältere Menschen zunehmend auf digitale Technik. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Digital-Branchenverbandes Bitkom. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB Boom für Videotelefonie bei Senioren Im Web surfen, Online-Banking erledigen oder E-Mails schreiben. Für viele Senioren in Deutschland ist das eine Selbstverständlichkeit. Doch obwohl neue Anwendungen wie Video-Telefonie locken, stagniert die Nutzung des Netzes bei älteren Menschen.
Fast die Hälfte der Menschen, die nach Gesundheitsinformationen suchen, tut dies laut einer eine Umfrage im Netz. Foto: Patrick Pleul/dpa Studie: Viele Menschen fragen Dr. Internet Schnell im Netz die eigenen Beschwerden suchen oder das vom Arzt empfohlene Medikament googeln: Viele Patienten fragen Dr. Internet um Rat - und sind mit dem Ergebnis zufrieden. Ärzte stellt das vor neue Herausforderungen.
Gemeindeschwester Astrid Hansen demonstriert in der Praxis auf der Hallig Langeness mit einem Dummy die Arbeit mit einem Internet-Kontakt zur Kieler Uni-Klinik. Foto: Carsten Rehder/dpa Was ist geplant und wie funktioniert Telemedizin? Langwierige Terminsuche, Warten beim Arzt, dann oft der Gang in die nächste Praxis: Die Beratung per Video oder Telefon soll Patienten das Leben leichter machen, versprechen Krankenhausbetreiber. Doch die Hürden für Telemedizin sind noch hoch.
Durch eine elektronische Gesundheitskarte könnten Patienten sich manchen persönlichen Arztbesuch womöglich sparen. Foto: Bernd Weißbrod/dpa Knapp zwei Drittel wollen digitale Patientenakte nutzen Den Weg zum Arzt würden sich viele gern sparen. Tatsächlich könnten zumindest manche Untersuchungen auch aus der Ferne erfolgen, vorausgesetzt, der Arzt hat die notwendigen Daten des Patienten parat. Erstaunlich viele Deutsche halten viel von der Idee.