Verengte Halsschlagader kann zu Schlaganfall führen

26.08.2020
Ablagerungen in der Halsschlagader bleiben oft lange unbemerkt. Sobald sich dort aber Gerinnsel lösen, kann es gefährlich werden. Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?
Menschen ab 65 Jahren mit bestimmten Risikofaktoren sollten ihre Halsschlagader jährlich kontrollieren lassen. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Menschen ab 65 Jahren mit bestimmten Risikofaktoren sollten ihre Halsschlagader jährlich kontrollieren lassen. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) – Kalkablagerungen in der Halsschlagader fallen oftmals lange nicht auf. Sie können allerdings im schlimmsten Fall zu einem Schlaganfall führen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) hin.

Menschen ab 65 Jahren mit bestimmten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen oder Nikotinkonsum sollten deshalb zu einem jährlichen Vorsorge-Screening. Dieses sollte man aus Angst vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus in der Klinik oder Praxis auch nicht auf die lange Bank schieben, betont die DGG.

Verengung bleibt oft lange unbemerkt

Tückisch: Die Verengung, in der Fachsprache Carotisstenose genannt, bleibt häufig lange Zeit unbemerkt. Betroffene spüren zunächst keine Beschwerden, weil die andere Halsschlagader eine Minderdurchblutung der betroffenen Schlagader ausgleichen kann.

Wird eine Verengung festgestellt, kann sie laut DGG meist mit Medikamenten behandelt werden, solange sich keine Symptome zeigen. In dem Fall wird abgewartet und regelmäßig kontrolliert.

Gerinnsel mit gefährlichen Folgen

Wenn an den Ablagerungen aber Blutgerinnsel entstehen, die sich ablösen und immer wieder Blutgefäße im Gehirn verstopfen, ist das ein Problem. Das kann zu neurologischen Ausfällen führen - etwa Kribbeln an Armen oder Beinen einer Körperhälfte, Lähmungserscheinungen, dem Einknicken eines Beines oder einseitigen Sehstörungen.

Kommen solche Symptome einer Durchblutungsstörung des Hirns und eine festgestellte Verengung der Halsschlagader auf beiden Seiten von mehr als 50 Prozent zusammen, sollten die Ablagerungen nach Angaben der DGG operativ entfernt werden.

Laut der Fachgesellschaft haben jährlich bis zu 30 000 Menschen einen Schlaganfall, für den Ablagerungen an der Gefäßwand einer verengten Halsschlagader die Ursache sind.

© dpa-infocom, dpa:200826-99-317759/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Alles im Takt? Prof. Andreas Götte und eine Schwester kümmern sich um das EGK bei einem Patienten. Foto: Oliver Krato Der Herzschlag ist durcheinander Bei Menschen mit Vorhofflimmern schlägt das Herz unregelmäßig und schnell. Schwindel, plötzliche Atemnot und Herzrasen können die Folgen sein. Mancher hat auch gar keine Symptome. Trotzdem können Betroffene die Erkrankung rechtzeitig erkennen.
Laut einer Studie haben Kinder mit rauchenden Eltern ein viermal höheres Risiko als Kinder nicht rauchender Eltern, später als Erwachsene an Arteriosklerose zu erkranken. Foto: Jens Kalaene Beim Passivrauchen macht die Menge kaum einen Unterschied Egal ob ständig oder nur gelegentlich: Wenn Eltern rauchen, erhöhen sie das Risiko, dass ihre Kinder später an Arteriosklerose erkranken. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung hin.
Beim «Flying Intervention Team», einem europaweit einmaligen Pilotprojekt, fliegen Spezialisten zu kleineren Krankenhäusern, um dort Schlaganfallpatienten zu behandeln. Foto: Tobias Hase Ärzte kommen per Heli zum Schlaganfall-Patienten Wenn ein Helikopter an einem Krankenhaus landet, bringt er meist schwer kranke Patienten zur raschen Behandlung. In München haben Ärzte das Szenario bei Schlaganfällen umgedreht: Sie fliegen zu ihren Patienten.
Mittlerweile gibt es in manchen Städten wie hier in Berlin speziell ausgestattete Krankenwagen für Schlaganfall-Patienten, sogenannte Stroke-Einsatz-Mobile (STEMO). Foto: Jörg Carstensen Bei Schlaganfall sofort reagieren Nach einem Schlaganfall beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Je frühzeitiger die Behandlung erfolgt, desto größer sind die Chancen, dass der Betroffene überlebt - und keine bleibenden Schäden davon trägt.