Umgang mit dem aggressiven Freund des Kindes

16.11.2018
Kinder reagieren auf Gefühle oft impulsartig und körperlich. Das Zusammenspiel mit anderen Kindern muss, wie so vieles, erst erlernt werden. Eine Expertin gibt Tipps für Eltern.
Kinder brauchen Erwachsene, um ein angemessenes Sozialverhalten zu entwickeln. Beim Spielen sollten Erwachsene den Nachwuchs deshalb im Blick behalten. Foto: Frank Rumpenhorst
Kinder brauchen Erwachsene, um ein angemessenes Sozialverhalten zu entwickeln. Beim Spielen sollten Erwachsene den Nachwuchs deshalb im Blick behalten. Foto: Frank Rumpenhorst

Fürth (dpa/tmn) - Kleine Raufereien unter Kindern sind ja nicht ungewöhnlich. Doch wenn der Freund eines vierjährigen Kindes immer schnell aggressiv wird, haut, schubst und kratzt, finden das viele Eltern nicht mehr feierlich und fragen sich: Sollte ich den Kontakt zukünftig meiden?

«Im Kindergartenalter müssen Kinder erst noch lernen, ihre Gefühle zu regulieren. Sie spüren einen Impuls, etwa Frust, und reagieren zunächst impulsiv und oft auch körperlich. Dann brauchen sie Erwachsene, die ihnen helfen, angemessenes Verhalten zu entwickeln», erklärt Isabelle Dulleck von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Ob es sich noch um altersgerechtes Verhalten handelt oder bereits darüber hinaus geht, lasse sich von außen meist schwer beurteilen.

Allerdings ist es für die Sozialpädagogin völlig normal, dass viele Kinder mit vier Jahren noch Unterstützung brauchen, um miteinander zu spielen - und zwar ohne dass es zu Tränen oder Streit kommt.

«Erwachsene können helfen, indem sie beispielsweise ein Spiel initiieren und sich dann zurückziehen, wenn die Kinder gut miteinander zurechtkommen», rät Dulleck. Dennoch sollte man bei Kindern in diesem Alter in der Nähe bleiben, um bei schwierigen Situationen unterstützen zu können.

Onlineberatung der bke


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Eltern sollten bei ihren Kindern Hasssprache nicht tolerieren. Wichtig ist es, ihnen klar zu machen, wie verletzend bestimmte Äußerungen sein können. Foto: Lukas Schulze Hasssprache: Über Wortwahl mit Kindern diskutieren Wenn Kinder Mitschüler mit Beschimpfungen demütigen, kann das schnell zu aggressivem Verhalten führen. Stellen Eltern bei ihren Kindern eine beleidigende Wortwahl fest, sollten sie mit ihnen darüber sprechen.
Das sogenannte prämenstruelle Syndrom (PMS) kann Betroffenen auch körperliche Beschwerden bereiten und ihren Alltag völlig durcheinander bringen. Sie müssen sich damit aber nicht abfinden. Foto: Daniel Modjesch Tage vor den Tagen: PMS lässt sich lindern Von wegen Zicke: Die Tage vor den Tagen assoziieren viele mit schlechter Laune. Dabei ist das nur ein mögliches Symptom des prämenstruellen Syndroms, auch Traurigkeit oder körperliche Beschwerden sind möglich. Betroffene können aber gegensteuern.
Autofahren bedeutet für viele Freiheit und Unabhängigkeit. Im Alter sollten Fahrer aber prüfen, wie sicher sie sich noch im Straßenverkehr bewegen. Foto: Silvia Marks Worauf ältere Autofahrer achten sollten Die rote Ampel übersehen oder den Radweg nicht abgesichert? Solche Fehler passieren vielen Autofahrern. Wenn ältere Menschen jedoch merken, dass sich solche Unachtsamkeiten häufen, dann sollten sie ihre Fahrtüchtigkeit prüfen lassen.
Eine harte Erziehung führt bei Kindern oft zu schlechten Leistungen in der Schule. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie der Universität Pittsburgh. Foto: Felix Kästle Harte Erziehung führt oft zu Schulversagen Eine harte Hand hat noch keinem geschadet: In so manchem Kopf sitzt dieser Erziehungsgedanke noch immer. Den Lebenserfolg eines Kindes kann ein extrem strenges Elternhaus durchaus schmälern, bestätigt eine Studie.