Tipps zur Handynutzung in der Familie

07.08.2018
Smartphones üben auf viele Kinder den gleichen magischen Reiz aus wie auf Erwachsene. Umso wichtiger, dass Eltern Regeln für die Nutzung in der Familie finden. Das Handy einzukassieren, ist aber keine Lösung.
Einmal in die Hand genommen, fällt es auch Kindern schwer, das Smartphone wieder wegzulegen. Eltern sollten deshalb klare Regeln zur Nutzung vorgeben. Foto: Silvia Marks
Einmal in die Hand genommen, fällt es auch Kindern schwer, das Smartphone wieder wegzulegen. Eltern sollten deshalb klare Regeln zur Nutzung vorgeben. Foto: Silvia Marks

Berlin (dpa/tmn) - Ist das noch süß, wenn sich der Dreijährige versiert durchs Smartphonemenü wischt und tippt - oder ist es eher beängstigend? Tatsache ist: Das Handy steht bei Kindern oft ganz oben auf der Wunschliste.

41 Prozent der 4- bis 13-Jährigen möchten ein solches Gerät besitzen, wie die repräsentative Kinder-Medienstudie zeigt. Dafür wurden mehr als 3000 Interviews sowohl mit Eltern als auch mit Kindern geführt. In Auftrag gegeben wurde die Studie von sechs Verlagen, unter anderem vom Egmont Ehapa Verlag sowie Gruner + Jahr.

Doch wie können Familien am besten den Umgang mit dem Smartphone regeln? Drei Tipps dazu von Buchautor Thomas Feibel:

1. Kindern die Nutzungsdauer bewusst machen

Auch Eltern kennen es gut, wie es ist, nur mal schnell die neuesten Bilder bei Instagram ansehen oder die letzten Facebook-Posts lesen zu wollen - und zack, ist eine Stunde rum. Da Kinder permanent online sind, sobald sie ein Smartphone haben, lohnt sich folgendes Experiment: einfach mal die Zeit stoppen, die Kinder fürs Lernen brauchen. Einmal mit und einmal ohne Smartphone, rät Feibel. Ohne Handy wird es vermutlich schneller gehen. Da die meisten Kinder nicht freiwillig mehr Zeit mit dem Lernen verbringen wollen, haben Eltern damit ein gutes Argument an der Hand: Das Smartphone kann ein ganz schöner Zeitfresser sein.

2. Signale ausschalten

Eltern können zusammen mit den Kindern überlegen, welche Benachrichtigungen sich auf dem Smartphone deaktivieren lassen. Auch entlastet es, wenn im Sperrbildschirm keine Nachrichten angezeigt werden. Jedes «Pling» weckt das Aufmerksamkeitssystem, gleichzeitig wird die Erwartung geschürt, dass etwas Lustiges oder Tolles passiert. Daran gewöhnt sich das Gehirn und führt in eine Suchtschleife.

3. Handyverbot vermeiden

Das Handy zu verbieten erscheint verlockend, sollte aber die letzte mögliche Lösung sein. Denn das Smartphone einfach einzukassieren zeigt Kindern: «Ich habe Macht und du bist machtlos». Einen konstruktiven Austausch ermöglicht das nicht. Besser sind Abmachungen, zu welchen Zeiten alle das Handy in der Familie weglegen sollten - zum Beispiel beim Essen, beim Schlafen oder an einem festgelegten Tag des Wochenendes. Erst, wenn diese Regeln nicht eingehalten werden, kann das Telefon auch mal für einen Tag weg sein.

Kinder-Medienstudie


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Die digitale Version des Janosch-Klassikers «Oh, wie schön ist Panama» erweckt die Bilderbuch-Figuren auf dem Mobilgerät quasi zum Leben. Fotomontage: Werbedesign Soyka Foto: Werbedesign Soyka Von Janosch bis Rennauto: Kinder-Apps für Mobile Geräte Rennautos per Handy steuern, Brettspiele mit Smartphone-Support und Kinderbuchklassiker als App: Das Angebot an digitalem Spielzeug für Kinder ist heute breiter und vielfältiger als je zuvor. Was es für Eltern umso schwieriger macht, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Spätestens, wenn man Dinge vernachlässigt, die unzweifelhaft wichtiger sind als das Smartphone, hat man ein ernstzunehmendes Problem. Foto: Bildagentur-online/Tetra-Images Im Bann des Displays: Was gegen Handysucht hilft Es ist ein kleines, nützliches Gerät. Doch wenn man nicht aufpasst, kann das Smartphone Suchtpotenzial entfalten: Im Hirn des Nutzers spielen sich dann ähnliche Dinge ab, wie bei Glücksspielern, die vor einem Automaten sitzen.
Früh übt sich: Ein Kind beschäftigt sich in einem Einkaufscenter mit einem ausgestellten Tablet. Foto: Jens Kalaene Apps und Games Kindern erst ab sechs Jahren schenken Medien und Technologie bestimmen unseren Alltag. Auch Kinder gehen längst ganz selbstverständlich mit Geräten wie Smartphones und Tablets um. Eltern sollten jedoch nichts überstürzen - einige wichtige Altergrenzen können als Orientieruzng gelten.
Ständig «on»: In den meisten Familien gibt es Streit um die Frage, wie viel Zeit Kinder mit Handy und Tablet verbringen dürfen. Foto: Silvia Marks Wie sich die Handy-Nutzung in der Familie regeln lässt «Leg doch endlich mal das Handy weg.» Wie viele Eltern sagen täglich wohl diesen Satz? Das Smartphone ist aus der Welt der Kinder aber nicht mehr wegzudenken. Eltern müssen sich daher überlegen, wie sie ihren Kindern den richtigen Umgang damit beibringen.