Tiefstand für Hochzeiten im zweiten Coronajahr

28.04.2022
Das zweite Coronajahr erlebte einen Tiefstand an Hochzeiten. Dafür sei die Geburtenrate besonders hoch gewesen. Eine Studie zeigt Zahlen auf.
Nur 357.800 Paare habe im vergangenen Jahr geheiratet. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild
Nur 357.800 Paare habe im vergangenen Jahr geheiratet. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Wiesbaden (dpa) - Fast noch nie haben in Deutschland so wenige Paare geheiratet wie 2021, dafür kamen im zweiten Corona-Jahr so viele Kinder zur Welt wie seit 1997 nicht mehr. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die am Donnerstag in Wiesbaden veröffentlicht wurden.

«Die Zahl der Eheschließungen in Deutschland ist im Jahr 2021 auf einen neuen historischen Tiefstand gesunken», berichteten die Statistiker. Nur 357.800 Paare haben im vergangenen Jahr geheiratet. Das waren noch einmal 4,2 Prozent weniger als 2020. Im ersten Corona-Jahr war die Zahl bereits um 10,3 Prozent gesunken. Weniger Eheschließungen gab es lediglich während des Ersten Weltkriegs in den Jahren 1915 bis 1918, für die Kriegsjahre 1944 und 1945 liegen keine Daten vor.

Mehr dritte Kinder

Im Gegensatz zu den Eheschließungen stieg die Zahl der Geburten. 2021 wurden in Deutschland nach vorläufigen Angaben rund 795.500 Kinder geboren. Damit stieg dem Amt zufolge die Geburtenzahl im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2020 um zwei Prozent. Auffällig war dabei für die Statistiker: «Deutschlandweit war eine Zunahme der Geburten der dritten Kinder zu beobachten.»

© dpa-infocom, dpa:220428-99-75826/3

Destatis zu Ehen und Geburten


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Nach dem ersten Corona-Jahr ist die Anzahl der Geburten in Deutschland von Januar bis Mai 2021 nur leicht angewachsen. Foto: Fabian Strauch/dpa Kein Baby-Boom in der Corona-Pandemie Ein Baby - oder angesichts der Unwägbarkeiten doch lieber nicht? In der Corona-Pandemie dürfte eine solche Entscheidung nicht immer leicht sein. Manche Eltern haben sich Experten zufolge bewusst dafür entschieden, für andere war die Ungewissheit zu groß.
Ein Mitarbeiter desinfiziert einen Zug in der im Bahnhof der Hauptstadt der Provinz Gansu. Foto: Chen Bin/XinHua/dpa Ist die Angst vor dem neuen Coronavirus berechtigt? China stellt Millionenstädte unter Quarantäne, Anrainerstaaten riegeln ihre Grenzen ab. Gleichzeitig scheint das neue Coronavirus kaum schlimmer als die Grippe. Wie passt das zusammen?
Nebenwirkungen einer Impfung treten immer innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auf. Sorgen, dass eine Nebenwirkung sehr viel später auftritt, hält der Immunologe Carsten Watzl für unbegründet. Foto: Stefan Sauer/dpa Infektionszahlen steigen: Neue Debatte ums Impfen Der zweite Winter in der Pandemie steht bevor, die Inzidenz ist bereits auf über 100 gestiegen und das Impfen stagniert. Zugleich stößt ein Fußballer eine heftige Debatte ums Impfen an. Lassen sich Lockdown und andere Maßnahmen noch vermeiden?
Es gibt heute rund 1,4 Millionen kinderreiche Familien in Deutschland und große regionale Unterschiede. Foto: Uwe Anspach/Symbolbild Wo die Kinderreichen in Deutschland leben Drei Kinder oder mehr - das gilt als «kinderreich». Vor hundert Jahren ganz normal, sind Familien mit vielen Kindern heute selten. Dabei müsste Kinderreichtum stärker gefördert werden, fordern Experten und legen interessante Zahlen vor.