Stress immer wieder anders bekämpfen

27.02.2019
Gegen Stress hilft nur Entspannung? Das stimmt nicht immer. Wichtig ist, dass sich Menschen mit hoher Alltagsbelastung einen Ausgleich suchen. Was sich dafür eignet, hängt immer von den Umständen ab.
Tief durchatmen: Wer sich entspannen will, kann dafür verschiedene Methoden wählen. Ein Mittel, das immer hilft, gibt es nicht. Denn jede Stresssituation ist anders. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Tief durchatmen: Wer sich entspannen will, kann dafür verschiedene Methoden wählen. Ein Mittel, das immer hilft, gibt es nicht. Denn jede Stresssituation ist anders. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Ein Patentrezept gegen Stress gibt es nicht. Denn nicht nur jeder Mensch ist unterschiedlich - auch jede Stresssituation ist anders. Und damit ist auch das wirksamste Gegenmittel jeden Tag ein anderes.

«Im Grunde geht es um die Frage "Was brauche ich heute, um mich zu erholen?"», sagt Mazda Adli, Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin und Stressforscher an der Charité.

Grob zusammengefasst gibt es drei Arten der Stressbekämpfung, erklärt der Experte. Nummer eins ist die körperliche Aktivierung: «Das ist alles vom Sport über Gartenarbeit bis zum Tanzen. Manchmal hilft da auch schon, eine Runde um den Block zu laufen.»

Zweitens folgt alles, was Ruhe spendet - Meditation etwa oder Achtsamkeitsübungen. «Nach einem stressreichen Tag kann es auch entspannen, einfach auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen.» Und dann gibt es drittens die Sinnstiftung. Darunter fällt alles vom ehrenamtlichen Engagement über Gesang im Chor bis zum Spielen mit den eigenen Kindern.

Wichtig ist nicht so sehr, was man genau macht - sondern vor allem, dass man nicht immer das Gleiche macht. «Mein Rat ist, jeden Tag einmal eine halbe Minute lang in sich hineinzuhören», erklärt Adli. «Wissen, wie man sich wirksam von Stress erholt, ist eine sehr hilfreiche Fähigkeit.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Perfektionisten neigen dazu, nichts zu beenden, weil ihre Ansprüche viel zu hoch sind. Auf Dauer kann das krank machen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn Perfektionismus - Wann aus einer Tugend eine Störung wird Alles immer gut und richtig machen zu wollen, scheint erstmal eine gute Eigenschaft zu sein. Vor allem Arbeitgeber schätzen Perfektionisten. Die stehen sich aber manchmal selbst im Weg. Wie man den ewigen Drang zur Spitzenleistung selbst zügeln kann.
Ein letzter Zug: Endlich mit dem Rauchen aufzuhören ist einer der Klassiker unter den guten Vorsätzen. foto: andrea Warnecke Gute Absichten? Vorsätze fassen und umsetzen Mehr Sport, weniger Stress, besser essen: Die Liste an guten Vorsätzen für das neue Jahr ist oft lang und unverbindlich. Das ist der Grund, warum viele ihre Vorsätze spätestens am 2. Januar wieder über Bord werfen. Ein paar Tipps können beim Durchhalten helfen.
Ein wenig empfindlich zu sein, muss kein Nachteil sein. Behandlungsbedürftig können Ängste sein, wenn sie einen selbst belasten oder den Alltag einschränken. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Wie empfindlich zu empfindlich ist Psychische Störungen verstecken sich oft gut. Deshalb braucht es einen Experten, der einschätzt, was pathologisch ist und was nicht. Und selbst ein positiver Befund heißt nicht zwingend, dass eine Therapie nötig ist.
Augen zu und abtauchen in eine andere Welt: Fantasiereisen können beim Entspannen helfen. Foto: Westend61/Rainer Berg Fantasie wiederentdecken: Mit inneren Bildern entspannen Fantasiereisen eignen sich nicht nur für den Stressabbau, sie können auch einem Burnout vorbeugen. Allerdings ist längst nicht jeder in der Lage, sich auf eine Fantasiereise einzulassen.