So gesund sind Energy Balls und Gemüsechips

20.03.2019
Ob selbst gemacht oder fertig gekauft: Angeblich gesunde Snacks und Süßigkeiten gibt es inzwischen reichlich. Experten sehen bei den Riegeln und Bällchen durchaus Vorteile gegenüber klassischen Keksen oder Schokoriegeln. Kalorien haben sie aber auch.
Die Superfood Balls von Anita Bechloch sind ein guter Snack für zwischendurch - und schnell selbst gemacht. Foto: Jochen Arndt/Gräfe und Unzer
Die Superfood Balls von Anita Bechloch sind ein guter Snack für zwischendurch - und schnell selbst gemacht. Foto: Jochen Arndt/Gräfe und Unzer

Freiburg (dpa/tmn) - Zuckerfreies Bananenbrot, vegane Süßkartoffelchips oder Energy Balls - also kleine Pralinen aus Trockenfrüchten, Nüssen und Kakao: Solche Snacks gibt es nicht mehr nur auf Foodblogs oder in Trendcafés, sondern oft auch im Supermarkt.

«Die Bezeichnung «gesund» bezieht sich hier auf die Vollwertigkeit der Inhaltsstoffe», sagt Dagmar von Cramm, Ernährungswissenschaftlerin aus Freiburg. «Meistens ist kein Zucker zugesetzt, stattdessen wird mit Trockenfrüchten oder Honig gesüßt.»

Ihr Favorit sind Trockenfrüchte. «Sie enthalten Ballaststoffe, von denen die meisten Menschen zu wenige aufnehmen. Außerdem sind noch viele Mineralstoffe aus der Frucht enthalten - reiner Zucker liefert nichts davon.»

Keine leeren Kalorien

Der Körper wird durch die Nascherei also mit Nährstoffen versorgt. Es sind nicht nur leere Kalorien, wie es oft bei klassischen Süßigkeiten heißt. Was aber nicht bedeutet, dass man die gesünderen Snacks unbegrenzt futtern sollte. «Oft sind Produkte mit Trockenfrüchten und Nüssen sehr kalorienreich», sagt von Cramm. «Es macht durchaus Sinn, unterwegs Energy Balls oder gesunde Müsliriegel zu essen statt einer Rosinenschnecke vom Bäcker. Aber wer diese Dinge einfach immer zwischendurch nascht, merkt das schnell auf den Hüften.»

Außerdem sollte man auf den Zuckergehalt achten - vor allem bei fertig gekauften Produkten. «Hier lohnt es sich immer, kritisch auf die Nährwertangaben zu achten», sagt die Ernährungswissenschaftlerin. «Ich würde einen Zuckergehalt von unter 25 Gramm pro 100 Gramm erwarten.»

Lieber selber herstellen

Am besten wäre es aus Sicht der Expertin, Müsliriegel oder andere Snacks gleich selbst herzustellen: «Da weiß man genau, welche Zutaten in welcher Menge enthalten sind.» Das gilt auch für die angeblich gesünderen Kuchen wie Bananenbrot oder Zucchinibrownies: Auch hier kommt es drauf an, was neben Obst und Gemüse noch darin steckt. Sind es Vollkornmehl und Trockenfrüchte statt Weißmehl und Zucker, kann es sich um gute Alternativen zu klassischem Kuchen handeln - allerdings oft mit dem gleichen Kaloriengehalt.

Wer es statt süß lieber salzig mag, hat im Supermarkt eine große Auswahl an gesünderen Chips - aus Süßkartoffeln, roter Bete oder Grünkohl. Sind diese wirklich besser als klassische Kartoffelchips? «Dabei kommt es immer auf die Zubereitung an», sagt Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung. «Bei Kartoffelchips sind ja auch nicht die Kartoffeln das Problem: Sie sind so kalorienreich, weil sie frittiert werden.»

Viel trinken

Macht man das mit Rote-Bete-Scheiben oder Süßkartoffeln, ist der gesundheitliche Nutzen also eher gering. Einige Hersteller setzen inzwischen auf eine fettreduzierte Zubereitung, hier sollte man die Packung genau anschauen

Auch hier sind je nach Zutat viele Ballaststoffe enthalten, die Darm und Verdauung stärken - und sich so positiv auf die Gesundheit auswirken. Allerdings sollte man dafür ausreichend trinken: «Wenn man plötzlich viele Ballaststoffe aufnimmt und nicht genügend Wasser dazukommt, dann kann es zu Verdauungsbeschwerden kommen», sagt Kaufmann.

Auch die Haut kann von Snacks mit alternativen Süßungsmitteln profitieren, erklärt Anita Bechloch, Autorin eines Buchs zum Thema. Sie schlägt dafür «Superfood Balls» vor. Die bestehen hauptsächlich aus Datteln, Walnüssen, Kakaopulver und Nussmus.

Rezept für Superfood Balls

Dieses Rezept für Superfood Balls stammt aus dem Buch «The Glow Code: Skin-Food und Naturkosmetik zum Selbermachen» von Anita Bechloch:

Zutaten für etwa zwölf Bällchen:

1 Tasse Datteln ohne Kern,

eine halbe Handvoll Walnüsse,

3 TL Kakaopulver,

1 TL Macapulver,

1 EL Nussmus (zum Beispiel Cashew- oder Mandelmus),

1 Prise feines Meersalz,

Topping nach Belieben (siehe Tipp)

Zubereitung:

1. Datteln etwa 30 Minuten lang in Wasser einweichen. Wasser anschließend abgießen.

2. Datteln mit allen anderen Zutaten in der Küchenmaschine pürieren, bis eine glatte Masse entstanden ist. Für circa 20 Minuten in den Kühlschrank stellen.

3. Anschließend die Masse zwischen den Handflächen zu kleinen Kugeln rollen.

4. Toppings auf Teller oder Backpapier auslegen und die Kugeln vorsichtig darin wälzen.

5. Die Superfood Balls halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche.

Geeignete Toppings sind zum Beispiel Kokosflocken, Kakaonibs, klein gehackte Walnüsse, getrocknete Gojibeeren oder Pistazien: Sie sehen nicht nur hübsch aus, sondern liefern auch zusätzliche Nährstoffe.

Literatur:

Anita Bechloch: The Glow Code: Skin-Food und Naturkosmetik zum Selbermachen. Gräfe und Unzer, 144 Seiten, 16,99 Euro, ISBN-13: 978-3833858536.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Rotkohl, Weißkohl, Brokkoli: Im Winter wird traditionell Kohl gegessen. Die Sorten schmecken ganz unterschiedlich, sind aber alle sehr gesund. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn Vom Wintergemüse zum Superfood: So gesund ist Kohl Im Supermarkt steht Kohl nur beim Gemüse, aber er steckt auch im Smoothie oder in Gemüsechips. Gerade Grünkohl hat sich in den vergangenen Jahren vom unliebsamen Wintergemüse zum angesagten Superfood gemausert. Doch was macht Kohl eigentlich so gesund?
Aus Rote Bete und anderem Gemüse: Geschmacklich und farblich sind Gemüsechips zumindest eine Alternative. Allerdings enthalten sie genauso viel Kalorien wie Kartoffelchips. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Gemüsechips enthalten zu viele Schadstoffe Wo Gemüse auf der Verpackung prangt, ist auch Gemüse drin: Das stimmt bei Gemüsechips zwar. Gesünder als der Chipsklassiker aus Kartoffeln sind sie damit aber nicht. In einigen Produkten stecken sogar bedenkliche Stoffe, wie die Stiftung Warentest herausgefunden hat.
Garantiert gesund: Gemüsechips mit wenig Fett im Ofen trocknen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn So gelingen selbst gemachte Chips Die Auswahl in den Supermarktregalen ist riesig. Eins haben konventionelle Kartoffelchips jedoch gemeinsam: Sie enthalten viel Fett. Es geht auch anders:
Beim Meal Prep kommt es auch auf die Lagerung an - nach Plastik sollte das Essen zwei Tage später möglichst nicht schmecken. Foto: Jo Kirchherr/AT Verlag Das Wochenmenü aus dem Baukasten: So funktioniert Meal Prep «Ich koche vor» klingt spießig und altmodisch - «Ich mach jetzt Meal Prep» dagegen ziemlich modern. Doch steckt hinter dem Social-Media-Trend wirklich etwas Neues? Oder ist es nur ein neuer Name für den Dreiklang aus Wochenplan, Plastikdose und Mikrowelle?