So erhalten Pflegende Rundum-Sozialversicherungsschutz

04.10.2019
Um Angehörige daheim zu pflegen, geben manche ihren Job auf oder schrauben zurück. Dabei ist gerade für Pflegende die soziale Absicherung wichtig. Welche Voraussetzungen wichtig sind.
Pflegende haben grundsätzlich Anspruch auf Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa
Pflegende haben grundsätzlich Anspruch auf Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa

Düsseldorf (dpa/tmn) - Jemanden zu pflegen, kostet oft viel Zeit und Energie. Um die soziale Absicherung sollten sich Pflegende da keine Sorgen machen müssen. Denn sie haben grundsätzlich Anspruch auf Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung.

Was sind aber die Voraussetzungen? Und wer zahlt? Damit der Pflegende Anspruch auf diesen Versicherungsschutz hat, muss der Pflegebedürftige mindestens Pflegegrad 2 haben und in einer häuslichen Umgebung leben, also etwa nicht in einem Heim. Darauf weisen die Verbraucherzentralen auf ihrer Webseite hin. Außerdem darf die Pflegetätigkeit nicht bezahlt sein und muss für mindestens zehn Stunden pro Woche an wenigstens zwei Tagen erfolgen.

Unfallversicherungsschutz nur in bestimmten Fällen

Unfallversicherung: Wer einen Angehörigen oder andere Menschen pflegt, ist automatisch versichert. Ein Antrag ist nicht notwendig, die Beiträge werden von den Kommunen gezahlt. Sucht man nach einem Unfall einen Durchgangsarzt auf, wird der Vorfall direkt der Unfallkasse gemeldet. Diese übernimmt dann unter anderem Zuzahlungen zu Medikamenten und Hilfsmitteln.

Die Unfallversicherung greift dann, wenn dem Pflegenden ein Unfall passiert, sich eine mit der Tätigkeit verbundene Erkrankung zuzieht oder sich bei Erkrankungen des Pflegebedürftigen während der Pflege infiziert. Wegeunfälle gehören jedoch nur dann dazu, wenn der Pflegende unmittelbar unterwegs vom oder zum Pflegebedürftigen ist.

Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gilt der Versicherungsschutz nicht bei außerhäuslichen Aktivitäten, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Pflege oder Hilfe bei der Haushaltsführung stehen. Dazu gehört etwa ein Konzertbesuch.

Pflegekasse des Pflegebedürftigen zahlt Beiträge

Rentenversicherung: Zusätzlich zu den allgemeinen Voraussetzungen darf der Pflegende nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Sind die Bedingungen erfüllt, übernimmt die Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen die entsprechenden Beiträge für den Pflegenden. Pflegt jemand mehrere Personen, werden die entsprechenden Zeiten zusammengerechnet. Auch hier besteht der Versicherungsschutz gleich mit dem Beginn der Pflegetätigkeit - eine Anmeldung ist nicht nötig.

Arbeitslosenversicherung: Auch hier gelten die oben genannten allgemeinen Voraussetzungen. Zusätzlich muss der Pflegende vor der Pflegetätigkeit in der Arbeitslosenversicherung versichert gewesen sein, etwa durch einen Job. Die Pflegekasse des Pflegebedürftigen zahlt die Beiträge für den Pflegenden.

Informationen zu Sozialversicherungen für Pflegepersonen (Verbraucherzentrale)

Informationen zur sozialen Absicherung von Pflegepersonen (Bundegesundheitsministerium)

Informationen zur Unfallversicherung (DGUV)

Informationen zur Rentenversicherung (DRV)

Informationen zur Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur)


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Eine entsandte Pflegekraft darf nicht länger als zwei Jahre in einem deutschen Haushalt arbeiten. Foto: Patrick Pleul Eine Pflegekraft aus dem EU-Ausland einstellen Ohne geht es nicht. Und mit wird es kompliziert. Wer Angehörige zu Hause pflegt, braucht häufig Hilfe - und wird im Ausland fündig. Damit dabei alles mir rechten Dingen zugeht, gilt es aber einiges zu beachten, von den Arbeitszeiten bis zur Sozialversicherung.
Atempause vom Alltag: Viele Arbeitnehmer träumen von einer Vorsorgekur. Doch der Weg dahin ist nicht ganz leicht. Foto: Markus Gann/chromorange Der knifflige Antrag auf Vorsorgekur Wer gesundheitlich angeschlagen ist, kann sich von der Krankenkasse eine Kur bezahlen lassen. Doch so ganz ohne weiteres bewilligen die Kassen das nicht. Für den Antrag sollten sich Versicherte daher viel Zeit nehmen - und nicht übertreiben.
Die Reha-Klinik sollte für die jeweilige Erkrankung geeignet - und entsprechend ausgestattet - sein. Foto: Christin Klose Wie Versicherte einen Rehaplatz in der Wunschklinik bekommen Wer eine Reha beantragt, kann eine Wunschklinik angeben. Mit der Einweisung klappt es am ehesten, wenn die angegebene Einrichtung für das Krankheitsbild des Patienten medizinisch geeignet ist. Was Versicherte außerdem beachten sollten:
Immer mehr Familien beschäftigen eine private Kraft aus Osteuropa, die mit im Haushalt wohnt. Die Unterbringung sollte jedoch bestimmte Standards erfüllen. Foto: Kai Remmers/dpa Betreuungskräfte richtig unterbringen und versichern Wenn sich ältere Menschen nicht mehr selbst versorgen können, stehen die Angehörigen vor großen Herausforderungen. Lässt man sich von einer Pflegekraft aus Osteuropa unterstützen, ist einiges zu beachten.