Servicestelle und Krankenkasse: So kommen Patienten an Arzttermine

03.06.2016
Monatelang auf einen Termin beim Hautarzt warten? Das kennen viele gesetzlich Versicherte. Vor allem im Akutfall gibt es aber Mittel für einen rascheren Praxisbesuch.
Vom Hausarzt kann man sich zu einem Facharzt überweisen lassen. Doch die Wartezeiten für einen Termin sind oft recht lang. Foto: Arno Burgi
Vom Hausarzt kann man sich zu einem Facharzt überweisen lassen. Doch die Wartezeiten für einen Termin sind oft recht lang. Foto: Arno Burgi

Wiesbaden (dpa/lhe) - Kurzfristige Termine beim Facharzt
sind Mangelware. Vor allem für gesetzlich Versicherte, wie eine
Untersuchung im Auftrag der Grünen ergeben hat. Testanrufer wurden
dabei mit Wartezeiten von mehreren Wochen und sogar Monaten
konfrontiert.

Die Lage habe sich in den vergangenen Jahren noch
verschlimmert, heißt es in der Studie. Was tun? Die
Verbraucherzentrale Hessen hat mehrere Möglichkeiten für Patienten
zusammengetragen.

Wie kommen Patienten schneller zum Facharzt?

Zum einen verweist Daniela Hubloher von der Patientenberatung der
Verbraucherzentrale auf die Terminservicestellen der Kassenärzte.
«Allerdings gibt es dabei Hürden», schränkt sie ein. So müsse zuerst
ein Hausarzt die Dringlichkeit bescheinigen. «Nicht so schön» sei
auch, dass man damit auf die freie Arztwahl verzichte. «Bei akuten
Beschwerden ist das aber vielleicht zweitrangig.» Zweite Option seien
die Servicetelefone der Krankenkassen. Die Patienten machten damit
durchweg gute Erfahrungen: «Die Verbraucher kommen damit relativ
schnell zu einem Termin.»

Wie funktioniert die neue Terminservicestelle?

Dabei handelt es sich um ein Call-Center, das auf ein Bundesgesetz
hin Ende Januar auch in Hessen eingerichtet wurde. Patienten sollen
dort einen Termin mit höchstens vierwöchiger Wartezeit erhalten,
müssen dafür unter Umständen aber eine längere Fahrt auf sich nehmen.
Bei einem Augen- oder Frauenarzt kann der Service ohne Überweisung in
Anspruch genommen werden. Falls es innerhalb der Frist keinen Termin
gibt, können Patienten die Ambulanz eines Krankenhauses aufsuchen.

Gibt es auch einen direkten Weg, gerade in Akutfällen?

Patienten, die selbst beim Facharzt anrufen, rät die Medizinerin
Hubloher von der Verbraucherzentrale: «Sagen Sie immer konkret, was
die Beschwerden sind und versuchen Sie, sich mit dem Arzt direkt
verbinden zu lassen.» Vierte Möglichkeit, wenn man zuerst beim
Hausarzt behandelt wird: «Fragen Sie den behandelnden Arzt, ob er bei
einem Kollegen anrufen und um einen Termin bitten kann.» Wenn es sich
um einen dringenden Fall handle, machten die Ärzte das ihrer
Erfahrung nach auch.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Gesundheitswandern eignet sich ideal für Sporteinsteiger. Es verbessert Ausdauer und Koordinationsfähigkeit, ohne einen zu überfordern. Foto: Uwe Zucchi Wie Gesundheitswandern jung hält Mit sogenannten Gesundheitswanderungen zielt der Deutsche Wanderverband auf Couch-Potatos und ältere Wandereinsteiger. Ein Ausflug mit rüstigen Senioren an den Rhein zeigt: Mit wenig Training und viel Spaß kann man schon viel erreichen.
Ein Arztkoffer der Alpha-Ärzte für ihre Hausbesuche. Die Firma ist deutschlandweit die erste, die ärztliche Hausbesuche anbietet. Foto: Frank Rumpenhorst Zahlen, wenn der Arzt kommt Hausärzte machen nur noch selten Hausbesuche. Private Unternehmen haben diese Lücke erkannt. Eine Firma aus Frankfurt will bundesweit Ärzte zu den Patienten nach Hause schicken. Das stößt auf Widerstand.
In einigen Bundesländern wird der Grippe-Impfstoff knapp. Foto: Martin Schutt Mangel an Grippe-Impfstoff in vielen Teilen Deutschlands Wer wegen einer Grippe-Impfung zum Arzt geht, bekommt derzeit vielerorts keine: In einigen Regionen gibt es keinen Impfstoff mehr. Nun soll versucht werden, Nachschub aus dem Ausland zu holen.
An 20 Schulen in Brandenburg nehmen «Schulkrankenschwestern» ihre Arbeit auf. Sie sollen verletzte Schüler versorgen und FGesundheitsprävention anbieten. Foto: Patrick Pleul Schulkrankenschwestern beginnen Job In der Turnhalle oder auf dem Pausenhof verletzt? Für solche Fälle steht jetzt die Schulkrankenschwester parat. In Brandenburg kommt sie in einem Probemodell zum Einsatz. Es geht auch um Chancengleichheit für Kinder.