Schlechtes Wetter kann Schmerzempfinden beeinflussen

30.10.2019
Dass schlechtes Wetter kann nicht nur die Laune, sondern auch das Schmerzempfinden beeinflussen, berichten viele Menschen aus persönlicher Erfahrung. Die These wird nun durch eine wissenschaftliche Studie gestützt.
Schlechtes Wetter kann das Schmerzempfinden von Menschen mit chronischen Schmerzerkrankungen wie Arthritis verstärken. Foto: dpa
Schlechtes Wetter kann das Schmerzempfinden von Menschen mit chronischen Schmerzerkrankungen wie Arthritis verstärken. Foto: dpa

Manchester (dpa) - Es scheint mehr zu sein als ein volkstümlicher Glaube: Einer Studie zufolge kann schlechtes Wetter das Schmerzempfinden von Menschen mit chronischen Schmerzerkrankungen wie Arthritis verstärken.

Das erklären Forscher aus Großbritannien in einer im Fachmagazin «npj Digital Medicine» veröffentlichten Studie. Demnach berichteten Studienteilnehmer an Tagen mit höherer Luftfeuchtigkeit, niedrigerem Luftdruck und heftigem Wind von stärkeren Schmerzen. Der Zusammenhang blieb auch bestehen, wenn die Forscher weitere Faktoren wie die Gemütslage und körperliche Aktivität der Teilnehmer berücksichtigten.

Über einen Zeitraum von 1 bis 15 Monaten hielten rund 2600 Teilnehmer aus ganz Großbritannien mittels einer App die Intensität ihrer Schmerzen fest. Durch die GPS-Ortungsfunktion der Handys wurden die örtlichen Wetterdaten ermittelt. Den größten messbaren Effekt hatte demnach die relative Luftfeuchtigkeit.

Trotz zahlreicher Studien dazu, ob und inwiefern eine Beziehung zwischen Wetter und Schmerzen besteht, gebe es bislang keinen Konsens zu dem Thema, erklärte das Team um William Dixon von der University of Manchester. Gründe dafür seien unter anderem kleine Stichprobengrößen oder die kurze Dauer der bisherigen Studien.

Dank der neuen Erkenntnisse könnte es in der Zukunft möglich sein, auf der Basis von Wettervorhersagen «Schmerzprognosen» für Betroffene zu erstellen, so die Forscher. Dies könne es den Patienten helfen, ihre Pläne entsprechend zu gestalten und anzupassen.

Studie

Zusammenfassung (PDF)


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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