Schlaganfall-Folgen sind oft unsichtbar

05.06.2019
Jüngere Menschen können einen Schlaganfall häufig ohne sichtbare Folgen überstehen. Die Schäden zeigen sich aber oft erst einige Zeit später - zum Beispiel in Form von Gedächtnis- oder Konzentrationsproblemen.
Ob ein Schlaganfall vorliegt, lässt sich mit bildgebenden Verfahren klären. Gedächtnislücken, Sprach- oder Sehstörungen können die Folge sein. Foto: Friso Gentsch
Ob ein Schlaganfall vorliegt, lässt sich mit bildgebenden Verfahren klären. Gedächtnislücken, Sprach- oder Sehstörungen können die Folge sein. Foto: Friso Gentsch

Gütersloh (dpa/tmn) - Vor allem jüngere Menschen überstehen einen Schlaganfall oft scheinbar unbeschadet. Viele Spätfolgen sind für Außenstehende aber unsichtbar - und auch die Betroffenen selbst merken erst mit der Zeit, das sie noch nicht wieder ganz auf der Höhe sind.

Typische unsichtbare Spätfolgen sind zum Beispiel Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme oder Gedächtnislücken. Selbst scheinbar simple Alltagstätigkeiten wie ein Einkauf überfordern Betroffene, manche erleben auch Sprach- oder Sehstörungen sowie emotionale Veränderungen. Bis solche Probleme ganz abgeklungen sind, können Jahre vergehen: Den Angaben zufolge braucht das Gehirn in den ersten 18 bis 36 Monaten nach dem Anfall noch regelmäßige Erholungspausen.

Die Stiftung rät Betroffenen, sich professionell helfen zu lassen, entweder in neurologischen Reha-Kliniken oder beim niedergelassenen Neuropsychologen. Je nach Wohnort sind die aber rar gesät und Termine deshalb knapp. Alternativ können sich Betroffene an Ergotherapeuten wenden, die auf neurologische Erkrankungen spezialisiert sind.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
In Zukunft sollen auch für Kinder mit einer mittelschweren ADHS früh im Therapieverlauf Medikamente wie Ritalin erwogen werden. Foto: Julian Stratenschulte Was hilft dem Zappelphilipp? Ist ein Kind nur etwas hibbelig und unkonzentriert - oder leidet es an ADHS - dem Zappelphilipp-Syndrom? Diese Frage zu entscheiden, ist selbst für Experten nicht einfach. Eine neue Leitlinie soll helfen. Medikamente spielen darin eine prominente Rolle.
Ergotherapeutin Anna Longrée begleitet bei ihrer Arbeit Demenzkranke, Menschen mit einer Depression oder wie hier eine Schlaganfall-Patientin. Foto: Judith Michaelis Wie werde ich Ergotherapeut/in? Demenzkranke, Schlaganfall-Patienten oder Menschen mit einer Depression: Ergotherapeuten helfen ihren Klienten, trotz Beeinträchtigungen ihren Alltag zu meistern. In den Beruf führen sowohl eine Ausbildung als auch ein Studium.
Der Weg zu einer Psychotherapie beginnt mit einer Sprechstunde - hier wird der Bedarf des Betroffenen abgeklärt. Mitunter erfolgt auch schon eine erste Diagnose. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Der mitunter steinige Weg zur Psychotherapie Psychische Störungen brauchen eine gute Therapie. Doch das ist für gesetzlich Krankenversicherte leichter gesagt als getan. Denn die Plätze sind rar - und der Ablauf nicht leicht zu durchblicken.
Der Flachbildschirm an der Decke, der sonst für Ablenkung sorgt, interessiert Linus nicht. Er lässt sich von Peppi bespaßen. Foto: Fabian Sommer/dpa Beistand auf vier Pfoten nimmt die Angst beim Zahnarzt Angst vorm Zahnarzt? Manchmal hilft dann Hypnose. In Berlin gibt es aber auch Doc Peppi. Der hat vier Pfoten und sorgt mit echtem Hundeblick für Ablenkung. Hilft das?