Schadstoffe in Sommerlatschen erkennen

03.07.2019
Bitte ziehen Sie Ihre Sommerschlappen aus und riechen Sie daran! Denn Flip-Flops und Badelatschen aus Kunststoff können gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe enthalten. Zum Testen sollten Sie auf Ihre Nase setzen.
Tests des Tüv Rheinlands weisen regelmäßig Schadstoffe in Sommer-Schuhen aus Kunststoff nach. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Tests des Tüv Rheinlands weisen regelmäßig Schadstoffe in Sommer-Schuhen aus Kunststoff nach. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Köln (dpa/tmn) - Wer Sommerschlappen kauft, sollte einmal daran schnuppern. Riechen neue Plastikschuhe süßlich-beißend und ist der Geruch stärker als bei Kunststoff üblich, kann das ein Anzeichen für Schadstoffe sein.

Viele Sommerschuhe mit Kunststoff - wie etwa Flip-Flops oder die typischen Badelatschen - können gesundheitlich bedenkliche Schadstoffe enthalten. Ein Problem ist das insbesondere bei Modellen, in die man ohne Socken steigt. Das Material gelangt somit direkt und über längere Zeit an die Haut, erklärt Ralf Diekmann, Experte für Produktsicherheit beim Tüv Rheinland.

Schadstoffe dringen in Haut ein

Schwitzt der Fuß dann noch oder wurde er frisch eingecremt, entweichen die fettlöslichen Schadstoffe aus dem Material eher, und die Schadstoffe dringen über die offenen Poren besser in den Körper ein, als dies etwa bei Alltagschuhen der Fall ist, in denen man Socken trägt.

Tüv-Tests weisen regelmäßig Schadstoffe in Sommer-Schuhen nach, berichtet Diekmann. Dazu zählen Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK),die reizend wirken können und teils als krebserregend gelten.

Erkennen kann man diese Stoffe manchmal selbst: Die Produkte damit riechen prägnant und unangenehm, manchmal süßlich, beschreibt Diekmann. Aber das treffe nicht auf alle PAK zu. Daher empfiehlt der Tüv-Experte, auf den Kauf von Schlappen und Flipflops aus zweifelhaften Quellen zu verzichten - insbesondere Strandbuden, Wochenmärkte oder unseriöse Internetshops.

Große Hersteller meist unbedenklich

Bekannte Händler, Handelsorganisationen und Marken-Hersteller haben strenge Sicherheitsauflagen für Zulieferer, um zweifelhafte Inhaltsstoffe zu vermeiden, erklärt Diekmann. Hier gehe es um den guten Ruf der Marke. Viele Firmen arbeiteten zudem mit Prüfinstitutionen zusammen. «Deren Produkte sind in der Regel deutlich sicherer als zum Beispiel Schuhe vom Strand oder dem Wochenmarkt», so der Tüv-Experte.

Darüber hinaus sei es für Verbraucher schwierig, verlässlich schadstofffreie Produkte auszumachen. Bekannte Label und Gütesiegel seien bei solchen Schuhen nicht großflächig verbreitet. Auch sei der Preis kein verlässliches Kriterium, betont Diekmann. Selbst bekannte Schnäppchen-Ketten hätten nach Tüv-Ansicht interne Qualitätssicherungen. Zumal es sich bei solchen Schuhen häufig um günstige Saisonware handelt.

Besser schützen in den Schlappen und Sandalen aus Kunststoff kann man sich allerdings mit Socken - und das scheint in dieser Saison auch noch in Mode zu sein. Richtig gelesen: Weiße, hohe Sportsocken in Badelatschen gerade von bekannten und sogar Luxus-Marken liegen bei jungen Männern im Trend.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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