Rheuma-Patienten haben oft Begleiterkrankungen

10.09.2020
Bei Rheuma greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an. Zwar machen sich die chronischen Entzündungen oft zuerst in Muskeln und Gelenken bemerkbar - doch sie können übergreifen.
Rheuma kann auf die Lunge schlagen und dort Gewebe vernarben - was mit der Zeit etwa zu Kurzatmigkeit führen kann. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Rheuma kann auf die Lunge schlagen und dort Gewebe vernarben - was mit der Zeit etwa zu Kurzatmigkeit führen kann. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) – Viele Formen von Rheuma bringen Begleiterkrankungen mit sich. Depressionen, Lungenkrankheiten oder Herz-Kreislauf-Beschwerden zählen zum Beispiel dazu, wie die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) erklärt.

Rund 80 Prozent der Patienten mit «klassischem Gelenkrheuma» seien demnach von mindestens einer Begleiterkrankung betroffen. Bei anderen rheumatischen Erkrankungen sind die Zahlen ähnlich hoch, erklärt die Fachgesellschaft unter Verweis auf Daten des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin.

Weil diese Erkrankungen den Verlauf und die Behandlung des Rheumas erheblich beeinflussen können, sollten sie bei der Therapie und Medikation berücksichtigt werden.

Allerdings seien nicht alle möglichen Begleitkrankheiten Ärzten gleichermaßen präsent, so die DGRh. Während das erhöhte Risiko für Infektionen und Osteoporose oft im Bewusstsein der Mediziner sei, gelten das für Depressionen, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Lungenveränderungen weniger.

Die Fachgesellschaft plädiert für sorgfältige Vorsorgeuntersuchungen, um Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen.

© dpa-infocom, dpa:200910-99-503531/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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