Renteneintritt kann zum Gesundheitsrisiko werden

05.08.2019
Kein Stress, viel Zeit für Hobbys und Familie - so mancher freut sich auf den Ruhestand. Für einige Neurentner ist die Lebensumstellung aber eine Belastung. Oft leidet dann sogar die Gesundheit. Besonders betroffen sind Gutverdiener.
Nicht jeder kann den Ruhestand genießen. Bei Gutverdienern steigt mit dem neuen Tagesablauf und dem veränderten Sozialleben sogar die Sterblichkeitsrate. Foto: Stephan Scheuer
Nicht jeder kann den Ruhestand genießen. Bei Gutverdienern steigt mit dem neuen Tagesablauf und dem veränderten Sozialleben sogar die Sterblichkeitsrate. Foto: Stephan Scheuer

Köln (dpa) - Für Gutverdiener ist der Renteneintritt nach einer aktuellen Studie oft ein Gesundheitsrisiko. Arbeitslose und Männern mit geringem Verdienst profitieren dagegen meist vom Wechsel in den Ruhestand. Das geht aus einer Studie des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung hervor.

Für die Untersuchung wurden die Daten der Deutschen Rentenversicherung zu knapp 800.000 Rentnerinnen und Rentner der Geburtsjahrgänge 1934 bis 1936 ausgewertet. Das Ergebnis: Der Renteneintritt und die damit verbundenen dramatischen Veränderungen im Tagesablauf und im Sozialleben, können die Sterblichkeit der Betroffenen sowohl positiv, als auch negativ beeinflussen.

Ruhestands-Gewinner sind demnach vor allem Arbeitslose und Arbeitnehmer mit geringem Einkommen. Wenn sie mit 63 Jahren in Rente gehen, sinkt die Sterblichkeitsrate spürbar. Wer von der Arbeitslosigkeit in die Rente wechsle profitiere wohl vor allem davon, nicht mehr dem Stigma der Arbeitslosigkeit ausgesetzt zu sein, heißt es in der Studie. Bei den Arbeitnehmern mit geringem Einkommen wirke sich nicht zuletzt aus, dass viele ihrer Jobs körperlich anstrengend oder mit Gefährdungen am Arbeitsplatz verbunden seien. Diese Risiken und Belastungen fielen mit der Rente weg.

Ganz anders ist die Situation der Studie zufolge bei Besserverdienenden, egal ob Mann oder Frau, die mit 65 in den Ruhestand gehen. Hier steigt mit der Verrentung erst einmal die Sterblichkeit messbar an. «Bei ihnen steht wahrscheinlich die soziale Isolation im Rentenalter im Vordergrund, weil sie mit der Berufstätigkeit auch Berufsprestige und soziale Netzwerke verlieren», erklärte Studienautor Matthias Giesecke den Trend.

Mitteilung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Rentenalter muss nicht automatisch Ruhestand bedeuten. Wer seinen Job passend zuschneidet, hat oft noch länger Freude am Arbeitsleben. Foto: zerocreatives/Westend61/dpa-tmn Wie Weiterarbeit im Alter Erfüllung bringt Ab einem gewissen Alter sehnen sich manche Berufstätige ihren Ruhestand herbei. Für andere ist es Zeit, noch einmal über berufliche Pläne nachzudenken. Dafür muss man nichts ganz Neues anfangen.
Viele Bundesbürger haben Angst, dass sie im Alter nicht mit ihrem Geld auskommen werden. Das ergab eine aktuelle Studie. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Viele Bundesbürger befürchten Geldprobleme im Alter Wer in der Mitte des Lebens steht, blickt häufig noch nicht so genau aufs eigene Alter - wenn allerdings doch, dann kommen Ängste hoch. Viele fürchten auch akute Geldsorgen im Rentenalter.
Ärzteverbände haben erhebliche Bedenken, ob eine Landarztquote im Kampf gegen den Medizinermangel helfen kann. Foto: Armin Weigel/dpa Was bringt eine Landarztquote bei der Studienplatzvergabe? Weiß ein Studienanfänger, was und wo er zwölf Jahre später arbeiten will? Bei der Landarztquote wird dies vorausgesetzt. Für Kritiker ist das einer der Knackpunkte der Regelung, die in vielen Bundesländern kommen soll.
Die Belastung ist beim Golf nicht zu intensiv. Damit ist der Sport auch für die etwas Älteren gut geeignet. Foto: Christin Klose Golf ist auch für Senioren gesund Endlich im Ruhestand, endlich Zeit zum Golfspielen. Oder schadet das dem Körper? Nein, im Gegenteil, sagen Experten - wenn man es nicht übertreibt. Und wenn die Technik stimmt.