Racketlon: Allrounder im Rückschlagspiel

01.04.2016
Laufen, stoppen, strecken und schlagen - Rückschlagsportarten sind vielseitig und verlangen Freizeitsportlern einiges ab. Eine noch größere Herausforderung ist jedoch Racketlon. Denn hier treten die Gegner in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an.
Beim Tennis hat man verglichen mit anderen Rückschlagspielen die längsten Wegstrecken - daher ist hier viel Kondition gefordert. Foto: Marijan Murat
Beim Tennis hat man verglichen mit anderen Rückschlagspielen die längsten Wegstrecken - daher ist hier viel Kondition gefordert. Foto: Marijan Murat

Saarbrücken (dpa-infocom) - Ob Badminton, Squasch oder Tennis - wer sich regelmäßig mit dem Schläger auf den Court begibt, trainiert nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Taktik und Schlagtechnik. Beim Racketlon ist das sportliche Können gleich in mehreren Disziplin gefragt.

Was ist Racketlon?

Racketlon ist eine Turniersportart, die aus den vier Disziplinen Badminton, Squash, Tennis und Tischtennis besteht. Der Ursprung des Racketlon liegt in Skandinavien. Laut den Angaben des Deutschen Racketlon Verbands wurde Anfang der 90er-Jahre fanden in Finnland und Schweden die ersten Racketlon-Wettkämpfe statt. In Deutschland wurde die Sportart im Jahre 2001 zum ersten Mal betrieben. Inzwischen findet in Deutschland ein Ligabetrieb statt, nationale und internationale Turniere werden angeboten.

Wie wird es gespielt?

Das Reglement gibt vor, dass jeweils dieselben Spieler in allen vier Disziplinen gegeneinander antreten und in jeder Disziplin einen Satz bis 21 Punkte spielen. Das Endergebnis kommt zustande, indem alle Punkte der vier Sätze addiert werden. Gewonnen hat der Spieler mit der höchsten Punktzahl.

Für wen ist Racketlon interessant?

«Racketlon ist für alle Sportler interessant, ob Breitensportler oder Profi, entscheidend ist das Interesse für Rückschlagsportarten», erklärt Marcel Reuter, Fitnessexperte an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. «Auch wenn sich die vier Rückschlagsportarten auf den ersten Blick sehr ähnlich sind, gibt es im Detail auf Bewegungs-, Technik- und Taktikebene, große Unterschiede. So hat ein fortgeschrittener Badmintonspieler gegen einen geübten Tennisspieler auf dem Tenniscourt wenig Chancen ein Spiel zu gewinnen und umgekehrt», erläutert Reuter, der ehemalige Badmintonprofi des 1. BC Bischmisheim. Obwohl beide Sportler über ein ausgeprägtes Spielverständnis und die nötigen Skills verfügen würden, bleibe das Resultat eindeutig.

Packend bleibt der Wettbwerb aber trotzdem. Denn für das Endresultat werden alle Punkte der vier Disziplinen addiert, ergänzt der Dozent der Deutschen Hochschule. «So verschmelzen die unterschiedlichen Disziplinen wie im Zehnkampf zu einer Wertung. Dadurch entsteht in allen Matches eine große Spannung und das Duell findet auf Augenhöhe statt, obwohl die individuelle Stärke in einer anderen Rückschlagdisziplin liegt», führt der heutige Teammanager des mehrfachen deutschen Meisters, 1. BC Bischmisheim, aus.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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