Pflegen und fordern: Mit dementen Menschen umgehen

02.05.2016
Wer sich um einen dementen Angehörigen kümmert, muss viel Geduld aufbringen. Nicht immer ist es dabei der richtige Weg, dem Pflegebedürftigem alle Aufgaben abzunehmen. So viel es geht, sollte er in den Alltag einbezogen werden.
Wer an Demenz leidet, braucht nicht nur Pflege durch die Angehörigen. Sie sollten das demente Familienmitglied so gut wie möglich in den Alltag einbeziehen. Foto: Waltraud Grubitzsch
Wer an Demenz leidet, braucht nicht nur Pflege durch die Angehörigen. Sie sollten das demente Familienmitglied so gut wie möglich in den Alltag einbeziehen. Foto: Waltraud Grubitzsch

Berlin (dpa/tmn) - Sich nicht erinnern können - das verbinden viele mit Demenz. Aber auch andere Merkmale können mit der Krankheit einhergehen. Etwa eine Änderung des Verhaltens oder emotionale Symptome wie Antriebslosigkeit, Aggressivität oder auch Unruhe.

Bei Unruhe können Angehörige versuchen, Betroffene mit Bewegung etwa in Form eines Spaziergangs zu beruhigen, empfiehlt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Aber auch Stress und Überforderung sollte man dann möglichst meiden.

Bei Antriebslosigkeit kann man versuchen, Betroffene in Alltagsaufgaben einzubeziehen. Ihr Wohlbefinden hänge auch davon ab, ob sie sich nützlich und wertgeschätzt fühlen. Benötigt ein älterer Mensch Hilfe, wollen pflegende Angehörige ihm das Leben so angenehm wie möglich machen. Deshalb übernehmen sie die alltäglichen Aufgaben.

Das sei zwar lieb gemeint, aber nicht immer das Richtige, betont der Deutsche Verband der Ergotherapeuten. Es sei hingegen ausgesprochen wichtig, dass pflegebedürftige Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv bleiben. Ebenso wichtig ist es, dass sie eine Aufgabe haben und sich am Alltag beteiligen.

Hat ein Angehöriger Alzheimer, kann es helfen, ihm im Gespräch über gemeinsame Bekannte Fotos zu zeigen. Denn oft können Betroffene sich an Namen nicht mehr erinnern, die Gesichter kennen sie aber sehr wohl, erläutert die Alzheimer Forschung Initiative. Die Kommunikation mit Betroffenen erfordere viel Aufmerksamkeit, Mühe, Ruhe und Geduld. Wenn sie sich immer weniger an Gesprächen beteiligen, sollte auch die Hörfähigkeit geprüft werden.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Sport in der Gruppe kann für Senioren auch gut sein, um andere Menschen kennenzulernen. Foto: Henning Kaiser Runter vom Sofa, ab zum Training: Im Alter mit Sport starten Sport ist Mord? Von wegen. Gesundheitliche, aber auch soziale Gründe sprechen für Sport - auch und gerade für Senioren. Nehmen Frauen und Männer im Alter erstmals ein Training auf, sollten sie sich vorher aber vom Arzt beraten lassen.
Auch Senioren können in Fitnessstudios etwas für Beweglichkeit und Kondition tun. Viele Studios haben dafür sogar eigene Kurse und Angebote. Foto: Halfpoint/Westend61 Welche Fitnessstudios sich für Menschen ab 65 eignen Mit dem Alter nimmt die Muskelmasse ab, der Körper wird steifer, die Hormone stellen sich um. Sport und Bewegung helfen dabei, diese Prozesse zu verlangsamen. Doch wie finde ich dafür das passende Fitnessstudio? Und was bringen spezielle Angebote für Ältere?
Aufgrund ihres Alters können Senioren ihre Nahrung nicht genügend zerkleinern. Das führt häufig zu Verdauungsstörungen. Foto: Patrick Pleul Bei Verdauungsproblemen im Alter ein Symptomtagebuch führen Mit dem Alter treten immer mehr gesundheitliche Probleme auf. Zu ihnen gehören unter anderem Verdauungsstörungen, die Senioren den Alltag erschweren. Hilfreich ist es, diese Beschwerden zu protokollieren.
Bewegung im Wasser macht nicht nur Spaß - sie schont auch die Gelenke. Foto: Mascha Brichta Geeignete Sportarten für Senioren Viele Senioren sind noch fit - und möchten das auch bleiben. Das klappt mit ausreichend Bewegung im Alltag, Ausdauertraining oder anderen Sportarten. Wenn es doch einmal zwickt, helfen kleine Modifikationen, im hohen Alter sportlich aktiv bleiben zu können.