Neun hilfreiche Tipps für heiße Tage

06.06.2019
Monatelang freuen sich Menschen auf den Sommer, doch Hitze setzt vielen auch zu. Tipps und etwas Vorbereitung helfen, die heißen Tage angenehmer zu gestalten.
Um den Körper nicht zusätzlich zu beschweren, sollten Berufstätige bei hohen Temperaturen auf leichte Kost setzen. Foto: Wolfram Kastl
Um den Körper nicht zusätzlich zu beschweren, sollten Berufstätige bei hohen Temperaturen auf leichte Kost setzen. Foto: Wolfram Kastl

Berlin (dpa/tmn) - Ob Pflanzen, Tiere oder Menschen: Temperaturen über 30 Grad erfordern Durchhaltevermögen. Mit ein paar Tricks lassen sich aber heiße Tage gut und unbeschadet überstehen.

Arbeit bei Hitze: Berufstätige sollten bei hohen Temperaturen auf leichte Kost setzen: Statt schwer verdaulichen Pommes und fettigem Steak ist ein Salat die bessere Wahl, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten, erläutert Anette Wahl-Wachendorf vom Verband der Werks- und Betriebsärzte.

Kühles Zuhause: An heißen Sommertagen sollte morgens nicht zu kurz gelüftet werden. Denn Wände, Möbel und andere Gegenstände speichern laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Wärme. Können sie während des Lüftens in den frischeren Morgenstunden nicht auskühlen, geben sie im Verlauf des Tages ihre Wärme an den Raum ab - der ohnehin schon aufheizt. Daher gilt der Rat, nicht nur frühestmöglich die Fenster zu öffnen, sondern auch ausgiebig zu lüften. Tagsüber sollten die Fenster geschlossen bleiben. Daneben hilft es, die Scheiben zu verdunkeln.

Sport und Hitze: Beim Joggen im Sommer verliert der Körper besonders viel Flüssigkeit. Zusätzlich zu den empfohlenen 1,5 Litern pro Tag trinken Sportler am besten etwa alle 15 Minuten 100 Milliliter Wasser, in kleinen Schlucken. Das rät Prof. Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln. Nach dem Sport empfiehlt sich Mineralwasser, um dem Körper ausgeschwitzte Nährstoffe wie Natrium zurückzugeben. Hinterher lohnt es sich, dem Körper beim Herunterkühlen zu helfen. Dafür einfach kaltes Wasser über Hände und Unterarme laufen lassen - oder gleich ein kaltes Fußbad nehmen.

Sonnenbrand vermeiden: Die sogenannten Sonnenterrassen des Körpers werden beim Eincremen schnell vergessen. Dabei brauchen Nase, Ohren und Nacken besonders viel Schutz, da die gefährlichen UV-Strahlen dort teils senkrecht auftreffen. Darauf weist der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) hin. Auch die Lippen sollten Sonnenanbeter nicht vergessen: Sie haben keine Hornschicht und deshalb keinen Eigenschutz. Im geschlossenen Auto ist ebenfalls UV-Schutz nötig, wie die Clubzeitschrift «ACE Lenkrad» des Auto Clubs Europa (Ausgabe 6/2019) anmerkt. Nur die Frontscheibe schütze vor allen UV-Strahlen. Seiten- und Heckscheiben schirmen die aggressive UV-B-Strahlung ab - lassen UV-A-Strahlung dagegen größtenteils ungefiltert durch.

Cool bleiben am Steuer: Autofahrer drehen die Klimaanlage besser nicht zu stark auf. Grundsätzlich sollte sich die Temperatur im Innenraum nicht mehr als etwa sechs Grad von der Außentemperatur unterscheiden. Als Wohlfühltemperatur nennt der ADAC dabei eine Spanne von circa 22 bis 25 Grad. Mit Badelatschen setzten Fahrer sich besser nicht ans Steuer. Das raten die Versicherer im Raum der Kirchen (VRK). Verboten ist das zwar nicht. Doch wer wegen ungeeigneten Schuhen einen Unfall verursacht, muss mit einer Geldbuße rechnen. Und unter Umständen kann die Vollkaskoversicherung Leistungen kürzen.

Grillen: Fleisch, Fisch und Gemüse werden besser immer erst nach dem Grillen gesalzen. Das Grillgut wird sonst trocken, und der Geschmack leidet, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wer an heißen Tagen außerhalb des eigenen Gartens grillt, sollte auf eine Kühltasche zurückgreifen. Auch Salmonellen mögen es warm und vermehren sich bei hohen Temperaturen schneller. Daher sei für den Transport von Grillgut und die Lagerung im Freien eine Kühltasche ein Muss, mahnt die Verbraucherzentrale Hessen. Ebenso sollte man unterschiedliches Besteck für rohes und gegrilltes Fleisch verwenden.

Im Garten: Ist es sehr warm, verdunstet Wasser aus dem Boden. Daher sollte man bei Sommerhitze die Pflanzen nicht mittags gießen. Auch in den Abendstunden sind Boden und Luft noch zu warm. Daher rät das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft, die Pflanzen entweder am frühen Morgen oder am späten Abend zu gießen. Der effizienteste Gießzeitpunkt ist übrigens um vier Uhr nachts.

Gewitter: Wer bei einer Fahrradtour oder einer Wanderung von einem Gewitter überrascht wird und keine Möglichkeit hat, sicher unterzuschlupfen, sollte eine Mulde oder Senke suchen. «Denn der Blitz schlägt immer in das höchste Ziel einer Umgebung ein», erklärt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. In der Senke macht man sich dann ebenfalls so klein wie möglich. Man geht also in die Hocke, stellt die Füße eng zusammen und verschränkt die Hände um die Knie.

Waldbrandgefahr: Ein Feuer entsteht nicht unbedingt durch eine Flamme. Manch unbedachtes Verhalten im Wald kann genauso eine Katastrophe auslösen. Bei Ausflügen auf Wiesen und im Wald gilt: Auf keinen Fall Müll zurücklassen. Bei starker Sonneneinstrahlung können Glasflaschen und Scherben wie eine Brennlupe wirken und trockenes Gras und Holz entzünden. Darauf weist der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen hin. Autofahrer sollten Fahrzeuge mit heißen Abgasanlagen zudem nie an Feldern und Wiesen oder auf Waldwegen abstellen. Auch so könne sich trockenes Gras entzünden, warnt der Deutsche Feuerwehrverband (DFV).


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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