Nächtliches Fingerkribbeln lieber abklären

18.03.2021
Es geht los mit einem scheinbar harmlosen Kribbeln: Doch bei einem Karpaltunnelsyndrom verstärken sich die Symptome oft schleichend.
Ein Drucktest gibt der Medizinerin Hinweise auf ein mögliches Karpaltunnelsyndrom. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Ein Drucktest gibt der Medizinerin Hinweise auf ein mögliches Karpaltunnelsyndrom. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Dresden (dpa/tmn) - Nächtliches Kribbeln in den Fingerspitzen kann auf ein Karpaltunnelsyndrom hindeuten. Viele Menschen nehmen dieses Symptom jedoch nicht ernst und riskieren so über die Jahre dauerhafte Schäden. Das Kribbeln kann ein Hinweis darauf sein, dass Druck auf den Nervensträngen im Karpaltunnel der Handwurzel liegt, erklären Handchirurgen vom Universitätsklinikum Dresden.

Diese Verengung kann dazu führen, dass die Blutversorgung in dem Bereich unterbrochen wird - und Nervenfasern absterben. Das kann zum Beispiel die Fingerfertigkeit beeinflussen: Die Tür aufzuschließen, fällt dann mitunter schwer. Oder es fallen einem immer wieder Gegenstände aus der Hand, weil die Finger taub werden.

Damit es nicht soweit kommt, sollte man das Kribbeln, das besonders häufig an Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger und vor allem beim Schlafen auftritt, zeitnah abklären.

Der erste Behandlungsschritt ist oft eine spezielle Schiene. Mit ihr wird das Handgelenk nachts ruhig gestellt. Wer mit stark vibrierenden Geräten wie Rüttelplatten auf dem Bau arbeitet oder häufig eine Menge tragen muss, zum Beispiel als Kellnerin oder Kellner, muss die Hand schonen, wenn diese Tätigkeiten als Ursache in Frage kommen.

Bleiben das Kribbeln, die Taubheitsgefühle und die Lähmungserscheinungen trotz dieser konservativen Therapieansätze bestehen, muss die Hand eventuell operiert werden.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-873945/2

Mitteilung vom Uniklinikum Dresden

Gesundheitsinformation.de zum Karpaltunnelsyndrom


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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