Nachblutungen sind noch Wochen später möglich

06.10.2020
Wenn die Mandeln bei Kindern häufig entzündet oder sehr groß sind, kann das ein Kriterium für einen Eingriff sein. Danach kann es zu Blutungen kommen - manche Faktoren erhöhen das Risiko dafür.
Bei dieser Einschätzung ist die Größe der Mandeln ein Kriterium. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Bei dieser Einschätzung ist die Größe der Mandeln ein Kriterium. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Köln (dpa/tmn) – Blutungen nach einer Mandel-Operation sollten Eltern stets ernstnehmen. Diese seien immer ein Notfall und sollten umgehend ärztlich behandelt werden, betont der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Nachblutungen können manchmal auch noch Wochen nach der OP auftreten.

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Wahrscheinlichkeit für Nachblutungen. Infekte mit Symptomen wie etwa Fieber, Halsweh oder Schluckschmerzen in den Wochen vor der OP erhöhen das Risiko demnach, erklärt der Fachverband unter Verweis auf eine entsprechende Untersuchung mit rund 1500 Kindern aus Neuseeland.

Kleiner wird das Risiko hingegen, wenn nur Teile der Mandeln abgetragen werden, anstatt sie komplett zu entfernen. Das wird nach Angaben des BVKJ heute häufig praktiziert – es gebe jedoch Fälle, bei denen es erforderlich sei, die Mandeln vollständig herauszuoperieren.

Ältere Kinder und Kinder mit der Verhaltensstörung ADHS gelten dem Verband zufolge ebenfalls als anfälliger für Nachblutungen nach einer Mandel-OP (www.kinderaerzte-im-netz.de).

© dpa-infocom, dpa:201005-99-832236/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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