Nach Sportpause langsam einsteigen

13.05.2020
Die Corona-Lockerungen betreffen auch den Breitensport. Immer mehr Menschen dürfen unter Auflagen wieder aktiv sein. Wer es jedoch zum Start übertreibt, risikiert gleich die nächste Zwangspause.
Wer wegen Corona mit dem Fitnesstraining eine Weile pausieren musste, nimmt sich für den Wiedereinstieg am besten nicht zu viel vor. Foto: Marius Becker/dpa
Wer wegen Corona mit dem Fitnesstraining eine Weile pausieren musste, nimmt sich für den Wiedereinstieg am besten nicht zu viel vor. Foto: Marius Becker/dpa

Köln (dpa/tmn) - Ob Fitness, Golf, Leichtathletik oder Tennis: Wer nach wochenlanger Untätigkeit wieder mit dem Sport beginnt, sollte es etwas ruhiger angehen lassen. Denn eine lange Corona-Zwangspause hat womöglich ihren Tribut gefordert.

Die Muskeln und Bänder sind nicht mehr so geschmeidig. Das erhöht die Gefahr von Zerrungen und Rissen. Außerdem hat möglicherweise die Technik gelitten und die Leistungsfähigkeit abgenommen.

«Man darf nicht da anfangen, wo man aufgehört hat», rät Prof. Ingo Froböse, Leiter des Instituts für Bewegungstherapie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Und nicht verzweifeln, wenn es nicht so schnell wie erhofft wieder aufwärts geht: «Nach langen Sportpausen dauert es durchaus noch einmal die doppelte Zeit, bis man wieder auf dem alten Niveau ist.»

Weniger Gewichte, mehr Wiederholungen

Wer zum Beispiel im Fitnessstudio nicht mehr die gewohnten Gewichte hochstemmen kann, sollte die Kilogrammzahl reduzieren und dafür mehr Wiederholungen machen - 12 bis 15 Stück, empfiehlt der Experte.

Tennisspielerinnen und Tennisspielern rät Froböse, zunächst das Augenmerk auf die Technik zu legen und nicht sofort im Wettkampf zu spielen - und wenn doch, dann lieber auf einem langsameren Belag wie Sand statt auf dem Hartplatz. Generell sei bei allen Schnelligkeitssportarten nach der Pause die Verletzungsgefahr höher, weil die Muskulatur Geschmeidigkeit verloren habe.

Auch Golferinnen und Golfer gehen lieber nicht gleich auf die 18-Loch-Runde, sondern holen sich auf der Driving Range lieber erstmal das Gefühl für den Schwung zurück, empfiehlt Froböse.

Gemächlich starten und ausreichend regenerieren

Allgemein gilt für alle Aktiven: Lieber erstmal auf die Bremse treten, gemächlich starten - und außerdem die Regenerationspausen nicht vergessen. Nach einem Muskeltraining sollte man mindestens zwei Tage pausieren, nach einem Ausdauertraining mindestens einen Tag.

Übrigens: Wer während den Beschränkungen aktiv war und etwa daheim über digitale Kursangebote Sport gemacht hat, könnte sogar leistungsfähiger sein als zuvor, meint Froböse. «Eventuell hat man dabei ganz neue Muskelbereiche aktiviert, die einem nun beim Training helfen.»

© dpa-infocom, dpa:200512-99-34376/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer im Frühjahr wieder mit dem Lauftraining beginnt, sollte sich nicht an früheren Leistungen orientieren. Sinnvoll sind etwa häufige Gehpausen. Foto: Sebastian Gollnow So kehrt man in das Lauftraining zurück Aller Anfang ist schwer, aber oft kostet auch ein Wiedereinstieg viel Anstrengung. Wer etwa den Winter über mit dem Sport pausiert hat, findet nur mühsam zur alten Form zurück. Um den Körper nicht zu überfordern, sollte man sich daher nur kleine Ziele stecken.
Wer in letzter Zeit kaum Sport gemacht hat, sollte es als Fußball-Einsteiger langsam angehen. Gleich mit 90 Minuten Spielzeit zu beginnen, kann schnell zu Verletzungen führen. Foto: Tobias Hase So bleiben Hobby-Fußballer verletzungsfrei Nicht jeder Fußballfan begnügt sich nur mit Zuschauen. So mancher frühere Freizeit-Fußballer fühlt sich durch die WM auch angespornt, selbst wieder aktiv zu werden. Doch gerade nach einer langen Sportpause sollten Wiedereinsteiger ihre Fitness nicht überschätzen.
Lauf-Einsteiger sollten es mit dem Ehrgeiz nicht übertreiben. Um Verletzungen vorzubeugen, ist Waldboden oder anderer weicher Untergrund geeignet. Foto: Felix Kästle Immer langsam - Beim Einstieg ins Laufen auf Körper hören Wer mit dem Laufen beginnt, sollte zunächst nicht leistungsorientiert denken. Denn der Körper braucht Zeit, um sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Erst dann kann das Joggen seine positive Wirkung auf die Gesundheit entfalten.
Nach einer Gehirnerschütterung darf das Kind nach und nach längere Abschnitte lesen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Nach einer Gehirnerschütterung langsam zurück in die Schule Eltern sollten wachsam sein für typische Anzeichen einer Gehirnerschütterung. Ist ihr Kind betroffen, darf es zwar recht bald wieder zur Schule - allerdings mit Einschränkungen.