Mythen des Alltags: Darf man Schlafwandler wecken?

16.03.2016
«Schlafwandler darf man nicht aufwecken.» Stimmt das eigentlich? Experten haben darauf eine klare Antwort - nein. Dennoch kann es mitunter sehr schwierig sein, Schlafwandler wieder ins Bett zu bekommen. Betroffene sollten auf kleine Nachtlichter setzen.
Zurück im sicheren Bett - wer schlafwandelt, befindet sich im Tiefschlaf, kann sich aber nach dem Aufwachen an nichts mehr erinnern. Foto: Malte Christians
Zurück im sicheren Bett - wer schlafwandelt, befindet sich im Tiefschlaf, kann sich aber nach dem Aufwachen an nichts mehr erinnern. Foto: Malte Christians

Berlin (dpa/tmn) - Schlafwandeln ist zwar nicht so weit verbreitet, aber eine vermeintliche Weisheit hat fast jeder dazu parat. Sie lautet: Schlafwandelnde darf man nicht wecken. Aber stimmt das eigentlich? Nein, sagen Experten. Schlafwandler zu wecken ist sehr schwer - aber ungefährlich.

Wenn man einen Schlafwandelnden anspricht oder berührt, wird er nicht unbedingt wach, erklärt Prof. Ingo Fietze, Leiter des interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité Universitätsmedizin in Berlin. Sie zu wecken ist aber sehr schwer.. Der- oder diejenige ist schließlich im Tiefschlaf. Wer aber zu drastischeren Mitteln wie einem lauten Wecker oder einem nassen Lappen greift, läuft Gefahr, dass sich der Schlafwandler erschrickt. «Er kann dann hinfallen oder ähnliches und sich verletzen», warnt Fietze.

«Am besten leitet man einen Schlafwandler zurück ins Bett», sagt Fietze. Dabei ist es hilfreich, im Schlafzimmer das Licht anzumachen. Denn das sieht der Schlafwandler durch die leicht geöffneten Augen und folgt dem Licht. Deshalb macht es Sinn, im Schlafzimmer Nachtlampen anzuschalten - und es mit Möbeln mit möglichst wenigen Ecken einzurichten, empfiehlt Fietze.


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