Mit kleinen Veränderungen die Scham in der Pflege überwinden

08.03.2019
Ob eine höhere Zimmertemperatur beim Waschen oder etwas entspannte Musik - häufig sind es Kleinigkeiten, die eine Pflegesituation für den Bedürftigen angenehmer werden lassen.
Häufig sind es nur ein paar geänderte Handgriffe, die die Pflege für den Hilfebedürftigen zu einer weniger unangenehmen Prozedur werden lassen. Foto: Jana Bauch
Häufig sind es nur ein paar geänderte Handgriffe, die die Pflege für den Hilfebedürftigen zu einer weniger unangenehmen Prozedur werden lassen. Foto: Jana Bauch

Rastatt (dpa/tmn) - Die Pflege von Angehörigen kann für beide Seiten unangenehm sein - vor allem beim An- und Ausziehen oder Waschen. Manchmal reichen aber schon kleine Veränderungen, um die Scham zu überwinden, heißt es in der Zeitschrift «Pflege und Familie» (Ausgabe 1/2019).

Welche Veränderungen das genau sind, ist von Mensch zu Mensch verschieden: Manche Pflegebedürftigen empfinden das Umziehen zum Beispiel als weniger unangenehm, wenn sie dabei nicht komplett nackt sind. Da hilft es vielleicht, Ober- und Unterkörper nacheinander zu waschen und anzuziehen.

Ein Wechsel der Pflegemittel kann ebenfalls sinnvoll sein: Männer zum Beispiel fühlen sich mit Inkontinenzhöschen oft besser als mit Einlagen. Und oft hilft es schon, die Atmosphäre angenehmer zu gestalten, mit entspannter Musik und einer warmen Zimmertemperatur.

Im Zweifel dürfen Pflegende gerade die heiklen Aufgaben auch abgeben. Infrage kommen andere Angehörige, die damit besser zurechtkommen oder professionelle Unterstützer von Pflegediensten. Allerdings sollten dabei die Wünsche des Pflegebedürftigen eine Rolle spielen: So wollen Männer zum Beispiel oft lieber von Männern betreut werden, und Frauen von Frauen. Das gilt vor allem bei Tätigkeiten, die an die Schamgrenze gehen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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