Migränemittel helfen auch bei Clusterkopfschmerz

21.04.2020
Den üblichen Spannungskopfschmerz kennen die meisten, auch Migräne ist vielen ein Begriff. Doch es gibt noch eine dritte Art Kopfweh: den Clusterkopfschmerz. Normale Schmerztabletten helfen da kaum.
Einseitig, plötzlich und massiv: Clusterkopfschmerz ist für die Betroffenen oft eine große Belastung. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Einseitig, plötzlich und massiv: Clusterkopfschmerz ist für die Betroffenen oft eine große Belastung. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Clusterkopfschmerz heißt so, weil er gehäuft beziehungsweise in Gruppen auftritt. Betroffene haben oft Monate oder Jahre Ruhe, bis der Schmerz plötzlich zurückkehrt - dann allerdings mit bis zu acht Attacken pro Tag, und das über Wochen oder gar Monate.

Die einzelnen Anfälle dauern 15 bis 180 Minuten, erklärt die «Neue Apotheken Illustrierte» (Ausgabe 15. April 2020). Sie treten meist einseitig und zusammen mit anderen Symptomen auf: Manchmal tränt zum Beispiel das Auge, manchmal läuft die Nase. Oft sind die Attacken so heftig, dass sie den Alltag für Betroffene unerträglich machen. Männer haben diese Sorte Kopfschmerzen etwas häufiger als Frauen, zum ersten Mal in der Regel mit Ende 20 oder Anfang 30.

Die gute Nachricht: Nach der Diagnose durch einen Arzt - auch um andere, ernstere Ursachen auszuschließen - ist Clusterkopfschmerz oft gut behandelbar. Häufig kommt dabei das Migränemittel Sumatripan zum Einsatz, entweder als Spritze oder als Nasenspray. In schweren Fällen verschreiben Ärzte auch Herz-Kreislauf-Mittel oder den Mineralstoff Lithium, der sonst vor allem bei Depressionen zum Einsatz kommt. Oft lassen sich weitere Attacken damit unterdrücken.

Herkömmliche Kopfschmerzmittel sind für Clusterkopfschmerz dagegen nicht so gut geeignet: Oft dauert es zu lange, bis sie ihre Wirkung voll entfalten.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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