Mehr Schönheits-OPs in Deutschland

27.04.2018
Schlupflider, Falten, Haarausfall - Schönheitschirurgen sind gefragt in Deutschland. Dabei geht es um Ästhetik, aber auch die Zeichen des Alterns.
Schönheitsoperationen liegen weiterhin im Trend. Am häufigsten entscheiden sich Patienten für eine Oberlidstraffung. Foto: Jens Schierenbeck
Schönheitsoperationen liegen weiterhin im Trend. Am häufigsten entscheiden sich Patienten für eine Oberlidstraffung. Foto: Jens Schierenbeck

Dresden (dpa) - Die Zahl der Schönheitsoperationen in Deutschland hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Der Anstieg fiel mit drei Prozent gegenüber 2016 jedoch moderater aus als in den Vorjahren, teilte die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) mit.

Nach der Statistik der bundesweit größten Fachgesellschaft gab es im vergangenen Jahr insgesamt 32 647 operative Eingriffe im Dienst der Schönheit - medizinisch notwendig waren sie nicht. Dabei waren Oberlidstraffungen mit 4369 Operationen die häufigsten Eingriffe, gefolgt von Fettabsaugung (4322) und Brustvergrößerung (3503). Ein zentrales deutsches Register für Schönheitsoperationen gibt es nicht.

«Die Figur steht weiterhin im Fokus», sagte Verbandspräsident Dennis von Heimburg. Die Top 5 bei Frauen seien nach der Verbandsstatistik Oberlidstraffung, Fettabsaugung, Brustvergrößerung, Nasenkorrektur und Bauchstraffung. Bei den Männern, die inzwischen recht konstant 12,5 Prozent der Patienten ausmachen, rangieren die Entfernung einer vergrößerten Brust, Fettabsaugen, Oberlidstraffung, Haartransplantation und Nasenkorrektur auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Heimburg beschreibt drei Gruppen von Patienten: Junge Menschen, unter denen Frauen lange auf eine Brustvergrößerung sparen. Frauen, die Veränderungen durch Schwangerschaften an Brust und Bauch stören. Und Ältere, die per Facelift und Hautstraffung jünger aussehen möchten.

Oberlidstraffungen seien sehr beliebt, weil ein kundiger Plastischer Chirurg mit einer vergleichsweise kleinen Operation eine stark verjüngende Wirkung erzielen könne, ergänzte von Heimburg. Aber auch der Trend zu minimalinvasiven Eingriffen hält an. Die Zahl erhöhte sich nach der VDÄPC-Statistik um ein Fünftel auf 38 536. Knapp die Hälfte waren Behandlungen gegen Mimikfalten auf der Stirn. Auch Lippenkorrekturen, zum Beispiel durch ein Unterspritzen mit Hyaluronsäure und Behandlungen mit dem Nervengift Botox, nahmen um gut die Hälfte zu.

Für manche Operationen gibt es laut Heimburg aber Altersgrenzen und auch andere Hindernisse - beim Fettabsaugen etwa einen zu hohen Body-Mass-Index. «Das Limit liegt bei 25 bis 27, alles darüber ist abzulehnen.» So werde bei Verbandsmitgliedern jeder fünfte Patient, der zum Fettabsaugen komme, wieder weggeschickt. Wer in Sachen Schönheit unters Messer wolle, sollte zuvor mindestens zwei unabhängige Beratungen in Anspruch nehmen, rät von Heimburg. Und bei einer Entscheidung gelte es zu bedenken: «Brauche ich das überhaupt und ist es das wirklich wert?»

Die Ästhetisch-Plastischen Chirurgen treffen sich vom 26. bis 28. April auf einem Kongress in Dresden.

Informationen zum Kongress


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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