Mädchen aus aller Welt sorgen sich wegen Fake News

05.10.2021
Anlässlich des Welt-Mädchentages wurden junge Frauen weltweit zu ihrem Umgang mit Fake News befragt - mit alarmierendem Ergebnis. Nicht nur sind die meisten Mädchen besorgt, viele ziehen sich aufgrund von Falschinformationen auch ins Private zurück.
Plan International stellte den aktuellen Welt-Mädchenbericht vor, wonach viele Mädchen weltweit besorgt sind wegen Fake News. Foto: Fabian Sommer/dpa/Illustration
Plan International stellte den aktuellen Welt-Mädchenbericht vor, wonach viele Mädchen weltweit besorgt sind wegen Fake News. Foto: Fabian Sommer/dpa/Illustration

Hamburg (dpa) - Mädchen und junge Frauen aus aller Welt machen sich laut einer Umfrage große Sorgen wegen Fake News, also bewusst lancierter Falschinformationen. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage der Kinderrechtsorganisation Plan International zum Welt-Mädchentag am 11. Oktober.

«Fake News» verunsichern demnach mehr als 90 Prozent der Befragten. 40 Prozent sind deshalb sogar «sehr» oder «extrem» besorgt. Weltweit wurden rund 26.000 Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren in 26 Ländern befragt - gut 1000 davon in Deutschland.

Viele wenden sich wegen Fake News vom Politischen ab

«Mädchen und junge Frauen dürfen mit dem Thema Falschinformationen nicht allein gelassen werden», sagte Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung von Plan International Deutschland, am Dienstag in Hamburg. «Wenn Mädchen und Frauen sagen, dass sie nichts mehr mit Politik zu tun haben wollen und sich ins Private zurückziehen, zeigt das, dass hier dringender Handlungsbedarf seitens der Regierungen, Schulen und der Social-Media-Plattformen besteht.»

Der diesjährige Welt-Mädchenbericht «Fakt oder Fake? Wie Mädchen und junge Frauen mit Falschinformationen im Netz umgehen» zeige einen großen Nachholbedarf, Kinder und Jugendliche beim Umgang mit Nachrichten im Internet fit zu machen. So geben rund 70 Prozent der Befragten an, weder in der Schule noch über das Elternhaus gelernt zu haben, wie sie Falschinformationen identifizieren können.

Laut Umfrage sagt jedes vierte Mädchen (26 Prozent),es sei unsicher, ob es seine eigene Meinung öffentlich machen solle. Und knapp jede Fünfte (18 Prozent) sagt, sie habe wegen Falschinformationen aufgehört, sich für politische und aktuelle Themen zu engagieren.

Mehrheit traut Gleichaltrigen mehr als klassischen Medien

Die Befragung zeige außerdem, dass es kein Medium gibt, auf das sich Mädchen mehrheitlich verlassen. Das werde in Deutschland noch deutlicher als in anderen Ländern. Um sich über ihre Themen zu informieren, verlassen sich Mädchen und junge Frauen hier vor allem auf Freunde und Freundinnen sowie Gleichaltrige (53 Prozent).

An zweiter Stelle nennen sie Influencer und Influencerinnen (46 Prozent),an dritter Stelle Familie und Verwandte (44 Prozent). Lediglich 41 Prozent der Befragten greifen auf klassische Nachrichtenmedien zurück, um sich online zu informieren.

© dpa-infocom, dpa:211005-99-485523/3

Plan International


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wenn Kinder und Jugendlichen auf einer Online-Plattform belästigt werden, sollten sie sich Unterstützung suchen - zum Beispiel von ihren Eltern. Foto: Silvia Marks/dpa-tmn So hilft man Kindern bei Online-Belästigung Vernichtende Kommentare, Beschimpfungen und anzügliche Bemerkungen: Das kennen viele Jugendliche, die in sozialen Medien unterwegs sind. Wer weiß, wie man sich wehren kann, ist besser dran.
Bleiben Paare ohne Kinder, ist das nicht immer gewollt. Betroffene können sich an eine psychosoziale Kinderwunschberatung wenden. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa Für ungewollt Kinderlose gibt es Beratungsangebote In Deutschland ist laut Bundesfamilienministerium fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos. Eine Studie zeigt, dass die Zahl derjenigen steigt, die sich deswegen diskriminiert fühlen.
Autorin Magda Albrecht wurde bereits in ihrer Kindheit wegen ihres Gewichtes diskriminiert. Foto: Hans Scherhaufer Was es mit Body Shaming auf sich hat Schön und schlank - für viele gehört das zusammen. Der perfekte Körper - so die gesellschaftliche Norm - ist dünn. Nicht jeder kann diesem Ideal gerecht werden. Wer dick ist, spürt oft gnadenlos, was andere von dem vermeintlich nicht-perfekten Körper denken.
Aus Niki wird Laudamotion: Niki Lauda übernimmt die insolvente Airline und startet Ende März mit zunächst 15 Maschinen neu. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa Insolvente Airline Niki geht mit neuem Namen an den Start Der frühere Autorennfahrer Niki Lauda hat einen Überraschungs-Sieg gelandet. In der letzten Runde überholt er den Favoriten IAG und sichert sich die einst von ihm selbst gegründete Airline Niki. Für die hat er konkrete Pläne und einen neuen Namen.