Luftfilter in Klassenzimmern reichen nicht

18.11.2020
Aerosole verteilen sich schnell in geschlossenen Räumen. Die Vermutung liegt daher nah, dass die Gase als möglicher Übertragungsweg dienen. In vielen Schulen wird momentan zusätzlich auf Luftfilter gesetzt. Können sie das Lüften ersetzen?
In der Debatte um das Corona-Risiko an Schulen warnt das Umweltbundesamt davor, zu sehr auf mobile Luftreiniger zu setzen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
In der Debatte um das Corona-Risiko an Schulen warnt das Umweltbundesamt davor, zu sehr auf mobile Luftreiniger zu setzen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin (dpa) - In der Debatte um das Corona-Risiko an Schulen warnt das Umweltbundesamt davor, zu sehr auf mobile Luftreiniger zu setzen. Ihr Einsatz in Klassenzimmern sei kein Ersatz für das Lüften, weil sie nicht für die notwendige Zufuhr von Außenluft sorgten, teilte die Behörde am Dienstag mit.

Es gebe Fälle, in denen Luftreiniger das Lüften «sinnvoll ergänzen» könnten, wie Erkenntnisse der Kommission für Innenraumlufthygiene am Umweltbundesamt zeigten - nämlich dort, wo Fenster nicht ausreichend geöffnet werden könnten und auch keine Zu- und Abluftsysteme in Frage kämen. Luftreiniger könnten aber nicht alle Verunreinigungen aus der Raumluft entfernen.

Fürs richtige Lüften empfahl das Umweltbundesamt erneut, alle 20 Minuten für etwa drei bis fünf Minuten die Fenster weit zu öffnen und sie in den Unterrichtspausen durchgehend offen zu halten. Räume, die nicht über Fenster oder eine Lüftungsanlage mit Zufuhr von Außenluft gelüftet werden können, sind demnach für den Unterricht nicht geeignet. Auch sachgemäßes Lüften schütze aber nicht vor einer Ansteckung über direkten Kontakt oder Tröpfcheninfektion auf kurzer Distanz. Abstand zu Anderen, regelmäßiges Händewaschen und das Tragen von Alltagsmasken seien daher auch in gelüfteten Räumen wichtig.

© dpa-infocom, dpa:201118-99-375979/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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