Kopfkreisen hilft dem Erholungsnerv

26.05.2021
Im Körper hängt vieles zusammen, und der Vagusnerv ist ein wichtiges Verbindungselement dafür. Mit einer einfachen Entspannungsübung unterstützt man ihn.
Mit regelmäßiger Mobilisation kann man dem Vagusnerv Platz schaffen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Mit regelmäßiger Mobilisation kann man dem Vagusnerv Platz schaffen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Köln (dpa/tmn) - Der Vagusnerv verbindet das Gehirn mit den inneren Organen und ist maßgeblich an der Kontrolle von Lunge, Darm und Herz beteiligt. Außerdem sammelt er Informationen in vielen Bereichen unseres Körpers und sendet ein zeitnahes Feedback ans Hirn, wenn etwas nicht stimmt.

Seine Spitznamen Erholungsnerv oder Selbstheilungsnerv kommen nicht von ungefähr.

Wichtig für Regeneration

Der Vagusnerv «heilt nicht nur, sondern ist auch verantwortlich für unsere Regeneration. Ohne ihn altern wir schneller und genesen langsamer», erläutert Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Der Sportwissenschaftler führt aus: «Jeden Tag braucht der Nerv Ihre Hilfe durch Mobilisation und Dehnung.»

Einen möglichen Engpass stellt zum Beispiel die Unterseite des Schädels oberhalb der Halswirbelsäule dar. Dort führe der Nerv durch eine kleine Öffnung und könne schnell blockiert werden. Mit regelmäßiger Mobilisation verschaffe man ihm Platz und sorge dafür, dass er ungestört seiner Arbeit nachgehen könne, so Froböse.

Entspannung durch Kopfkreisen

Der Experte rät zu folgendem Ablauf: Neigen Sie Ihren Kopf so weit wie möglich zur Seite, als wollten Sie Wasser aus Ihrem Ohr laufen lassen. Legen Sie Ihren Kopf in den Nacken, als wollten Sie in die Sterne gucken und rotieren Sie weiter, um das Wasser auch aus dem anderen Ohr herausfließen zu lassen. Schließen Sie den Kreis und legen Sie Ihr Kinn auf die Brust, bis Sie eine angenehme Dehnung in Ihrem Nacken spüren.

Man sollte sich bewusst machen, dass diese Mobilisation nicht nur Balsam für die Hals- und Nackenmuskulatur sei, sondern auch dem Vagusnerv gut tut, sagt der Experte.

© dpa-infocom, dpa:210525-99-734978/5


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Drübergreifen und ziehen: Diese Übung dehnt die seitliche Nackenmuskulatur. Foto: Christin Klose Was man selbst gegen Verspannungen tun kann Büroangestellte kennen sie, genau wie Kassierer im Supermarkt: schmerzhafte Verspannungen an Nacken oder Rücken. Zum Schutz oder zur Behandlung gibt es Übungen aus der Physiotherapie, ganz einfach für zu Hause. Oder für die Bushaltestelle.
Vor allem bei Problemen im Bereich der Halswirbelsäule ist bei Chirotherapie und Chiropraktik allergrößte Vorsicht angesagt. Foto: Andrea Warnecke Helfende Handgriffe: Impulse zur Selbstheilung Bei Verspannungen oder Blockaden können in vielen Fällen Chirotherapeuten oder Chiropraktiker helfen. Mit ihren Händen stellen sie die normale Beweglichkeit der Gelenke ihrer Patienten wieder her.
Schmerzen im Kiefer können eine Folge von Bruxismus sein. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Das hilft gegen Zähneknirschen Jeder Mensch knirscht mal mit den Zähnen. In manchen Fällen aber kann es zu massiven Problemen führen. Bei der Behandlung arbeiten Experten aus Zahnmedizin, Physiotherapie und Psychologie zusammen.
Augen zu und abtauchen in eine andere Welt: Fantasiereisen können beim Entspannen helfen. Foto: Westend61/Rainer Berg Fantasie wiederentdecken: Mit inneren Bildern entspannen Fantasiereisen eignen sich nicht nur für den Stressabbau, sie können auch einem Burnout vorbeugen. Allerdings ist längst nicht jeder in der Lage, sich auf eine Fantasiereise einzulassen.