Kaffee-Limit ist Gewöhnungssache

23.01.2019
Der schlechte Ruf ist Geschichte: Kaffee trinken gilt längst nicht mehr als gesundheitsschädlich - im Gegenteil. Dennoch kann die Dosis zu hoch sein, ohne dass es der Körper bemerkt. Worauf sollte man also achten?
Beim Kaffee-Konsum sollte man auf Warnsignale des Körpers achten. Foto: Friso Gentsch
Beim Kaffee-Konsum sollte man auf Warnsignale des Körpers achten. Foto: Friso Gentsch

Lübeck (dpa/tmn) - Kaffee ist besser als sein Ruf. Literweise in sich hineinschütten sollte man das schwarze Gebräu aber nicht. Wie so oft gilt: Die Dosis macht das Gift.

«Die Inhaltsstoffe von Kaffee, zum Beispiel das Koffein, können ab einer gewissen Menge negative gesundheitliche Folgen haben», sagt Prof. Christian Sina, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin am Universitätsklinikum Lübeck. Das sind zum Beispiel Schweißausbrüche, Durchfall, Kopfschmerzen, erhöhte Nervosität und Erregbarkeit bis hin zu Herzrasen.

Doch wie viel Kaffee ist zu viel? Das ist bei jedem Menschen anders, auch weil es Gewöhnungseffekte gibt: Wer jeden Tag viel Kaffee trinkt, verträgt irgendwann mehr davon. Braucht jemand alle paar Stunden neues Koffein, um es durch den Tag zu schaffen, spricht erst einmal nichts dagegen - zumindest solange negative Symptome ausbleiben. Es gibt aber gewisse Eckdaten, so Sina: «Mehr als drei bis vier Tassen Filterkaffee am Tag sollten es bei den meisten wohl nicht sein, und nicht mehr als zwei auf einmal.»

Hinzu kommt, dass Kaffee nicht gleich Kaffee ist: So ist Espresso nicht nur deutlich konzentrierter als Filterkaffee, er ist für einige Personen eventuell auch weniger bekömmlich. «Bestimmte Inhaltsstoffe werden bei Espresso im Gegensatz zu Filterkaffee zubereitungsbedingt nicht herausgefiltert», sagt Sina. «Deshalb treibt Espresso den Cholesterin-Spiegel in die Höhe.» Patienten mit erhöhten Cholesterin-Werten greifen deshalb besser zu Filterkaffee.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Nicht immer liegt ein hoher Cholesterinspiegel an zu fetter Ernährung, er kann auch erblich bedingt sein. Foto: Mascha Brichta Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann gefährlich werden - muss er aber nicht. Es kommt darauf an, wie es ansonsten um die Gesundheit bestellt ist. Und selbst wenn die Blutfettwerte runter müssen, braucht es meist nicht gleich Medikamente.
Olivenöl ist nicht nur gesund, sondern auch vielseitig einsatzbar. Allerdings verwendet man es am besten erst nach dem Braten, um Fisch, Fleisch oder Gemüse zu verfeinern. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Raps, Oliven, Leinsamen: Kleines Einmaleins der guten Öle Olivenöl soll irgendwie gesund sein, sagt man. Aber warum ist das eigentlich so? Was macht aus einem Öl ein gutes Öl? Und welches eignet sich für welche Speisen und Zubereitungen?
Ob jemand zu viel Cholesterin produziert, hängt von den Genen ab. Ab 35 sollte man seine Cholesterin-Werte überprüfen lassen. Foto: Britta Pedersen/dpa Eine Frage der Gene: Cholesterinspiegel checken lassen Gerade im Alter achten viele Menschen auf ihren Cholesterinspiegel und verzichten bei ihrer Ernährung auf tierische Fette. Doch ist dies wirklich immer notwendig?
Atherosklerose, eine Form der Gefäßverkalkung ist eine besondere Gefahr bei Diabetes Patienten. Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folge sein. Foto: Matthias Hiekel Gefäße verkalken bei Diabetes-Patienten schneller Diabetiker haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Gefäße verkalken bei ihnen schneller als bei gesunden Menschen. Entgegenwirken können sie mit einer gesunden Ernährungs- und Lebensweise.