Jugendliche Neurodermitiker auch psychisch unterstützen

29.07.2020
Rote, eingerissene und geschuppte Haut: Akute Neurodermitis sieht nicht schön aus. Betroffene Jugendliche leiden oft nicht nur unter Juckreiz, sondern auch an einem angeschlagenen Selbstwertgefühl.
Zum Themendienst-Bericht vom 29. Juli 2020: Wer unter Neurodermitis leidet, sollte luftige Kleidung tragen und auf das Material achten. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Zum Themendienst-Bericht vom 29. Juli 2020: Wer unter Neurodermitis leidet, sollte luftige Kleidung tragen und auf das Material achten. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn

Bonn (dpa/tmn) – Ab dem Teenageralter zeigen sich Rötungen oder Hautrisse aufgrund einer schweren Neurodermitis auch an Handgelenken, Hals und Augenlidern. Derart sichtbar schlagen gerade Jugendlichen die Symptome der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung auf die Psyche. Das sollte ernst genommen werden, mahnt die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA).

Jugendliche Patienten können nicht jede Mode mitmachen, da die Neurodermitis unter eng anliegender Kleidung und bestimmten Materialien aufblüht. Im Schwimmbad fühlen sich viele von ihnen unwohl. Nach einer wegen Hautjuckens durchwachten Nacht sind viele zu müde zum Lernen oder für die Party. All das führt dazu, dass Neurodermitis oft mit Ängsten und depressiven Stimmungen einhergeht.

Die DHA rät betroffenen Familien daher, sich gegebenenfalls professionelle psychologische Unterstützung zu suchen. Zudem kann ein Arzt neben Salben und Cremes bei schweren Verläufen auch eine Behandlung mit Tabletten verordnen. Nicht alle sind allerdings für Kinder und Jugendliche geeignet. Für Jugendliche ab 12 Jahren seien sogenannte Biologika eine Möglichkeit, so die DHA. Diese werden mit einem Pen unter die Haut gespritzt.

© dpa-infocom, dpa:200729-99-970707/2

Link zur DHA-Broschüre Schwere Neurodermitis


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Viele Menschen lieben den Sommer. Doch einige Neurodermitiker leiden durch das veränderte Klima und den Pollenflug. Foto: Oliver Berg/dpa Warum es manche Neurodermitiker im Sommer besonders juckt Für viele Neurodermitis-Patienten bedeutet der Sommer Entspannung: Die Haut muss nicht mehr mit trockener Luft in geheizten Wohnungen kämpfen. Der Juckreiz lässt nach. Bei einigen von ihnen aber könnte jetzt die Maschinerie in den Zellen erst so richtig anspringen.
Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern leiden häufiger an Karies und Fettleibigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt Kinder- und Jugendreport der DAK. Foto: Waltraud Grubitzsch Schlaue Eltern haben fittere Kinder Was hat Mutters Doktortitel oder Vaters Meisterbrief mit der Gesundheit des Nachwuchses zu tun? Mehr als bisher gedacht, sagen Wissenschaftler nach der Analyse von Daten mehrerer Hunderttausend Kinder und Eltern.
Fußpilz beginnt oft zwischen den Zehen. Rötungen, Bläschen und Juckreiz sind Warnsignale. Foto: Monique Wüstenhagen Föhnen und cremen: Fußpilz mit Geduld behandeln Barfuß laufen und offene Schuhe tragen - Sommer heißt Füße zeigen. Bei manch einem sind sie aber ein gesundheitliches Problem. Der Grund ist Fußpilz. Den kriegt man mit Disziplin aber in den Griff.
Am besten ohne alles: Hautcremes für Kinder mit Neurodermitis sollte möglichst keine Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten. Foto: Florian Schuh Hilfe für Kinder mit Neurodermitis Ein Kind mit Neurodermitis kämpft gleich an mehreren Fronten. Zum quälenden Juckreiz kommt die Reaktion von anderen auf die rote und schuppige Haut. Eltern können im Alltag auf manches achten. Ein Patentrezept gibt es allerdings nicht.