Jeder Zweite besorgt wegen häufigerer Hitzeperioden

08.06.2021
Extrem-Hitze, stark schwankende Temperaturen, Ausbreitung von Krankheiten: Der Klimawandel bedroht nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere eigene Gesundheit. Sind sich die Menschen in Deutschland dieser Gefahren bewusst?
Laut einer Umfrage sorgt sich jeder Zweite vor einer Zunahme der Hitzeperioden. Foto: Sven Hoppe/dpa
Laut einer Umfrage sorgt sich jeder Zweite vor einer Zunahme der Hitzeperioden. Foto: Sven Hoppe/dpa

Berlin (dpa) - Gesundheitliche Folgen durch den Klimawandel bereiten laut einer Umfrage vielen Bundesbürgern Sorge - insbesondere häufiger zu erwartende Hitzeperioden.

Jeder Zweite (52 Prozent) sorgt sich deswegen «sehr» oder «ziemlich», wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) nun mitteilte. Befürchtungen wegen Insekten, die Krankheitserreger übertragen, nannten demnach 45 Prozent, Unwetter und Überschwemmungen 43 Prozent.

Seltener Sorgen bereiten laut der Umfrage nicht so direkt erlebbare Folgen des Klimawandels wie die Belastung mit UV-Strahlen (34 Prozent). Für die Umfrage wurden den Angaben zufolge 3006 Menschen zwischen 18 und 86 Jahren zwischen dem 1. und 17. September 2020 über ein Online-Panel des Instituts Respondi befragt.

Besonders bei älteren Menschen drohen gesundheitliche Probleme bei zunehmender Hitze. So sei es im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2018 bei Temperaturen ab 30 Grad zu 40 hitzebedingten Klinikeinweisungen je einer Million Menschen über 65 Jahre gekommen - zusätzlich zum normalen Tagesschnitt von 1350 Einweisungen. Dies berechnete das Forschungsinstitut Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) nach Abrechnungsdaten der über 65-jährigen AOK-Versicherten, wie es in der WIdO-Studie weiter hieß.

Für den Fall, dass der globale Temperaturanstieg deutlich unter zwei Grad gehalten werden könne, bleibe die Situation in einem Szenario bis zum Jahr 2100 in etwa gleich. Bei einem Temperaturanstieg um bis zu fünf Grad könnte die Zahl hitzebedingter Krankenhauseinweisungen bis 2050 um 85 Prozent und bis 2100 um 488 Prozent steigen, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:210608-99-910421/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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