Impfen vor Zeckensaison 2021 kann schon jetzt sinnvoll sein

18.09.2020
Ein Zeckenstich ist an sich schon unangenehm. Manchmal übertragen die Tiere aber auch das FSME-Virus, das gefährliche Folgen haben kann. An die Schutzimpfung dagegen sollte man rechtzeitig denken.
Das Tückische an der FSME-Krankheit: Erste Anzeichen zeigen sich erst zwei bis drei Wochen nach dem Stich einer Zecke. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Das Tückische an der FSME-Krankheit: Erste Anzeichen zeigen sich erst zwei bis drei Wochen nach dem Stich einer Zecke. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Wer sich erstmals gegen die von Zecken übertragene FSME-Krankheit schützen möchte, sollte sich mit Blick auf die Zeckensaison 2021 bereits jetzt impfen lassen. Das empfiehlt das Centrum für Reisemedizin (CRM). Auf diese Weise sei sichergestellt, dass die Grundimmunisierung im kommenden Jahr rechtzeitig besteht.

Hintergrund der Empfehlung ist, dass für einen verlässlichen und langandauernden Schutz gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) insgesamt drei Impfdosen nötig sind. Die ersten beiden werden im Abstand von mindestens zwei Wochen gespritzt, die dritte Impfdosis erfolgt laut CRM dann aber erst nach weiteren fünf bis zwölf Monaten.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hält der Impfschutz infolge der Grundimmunisierung mindestens drei Jahre lang. Danach sollten Menschen über 50 Jahre ihn auffrischen lassen. Menschen, die jünger sind, wird alle fünf Jahre eine Auffrischung empfohlen.

Höchststand von FSME-Fällen gemeldet

Das RKI hatte zuletzt mit 535 Erkrankungen im bisherigen Jahresverlauf einen neuen Höchststand an FSME-Fällen gemeldet. Es habe in Deutschland 14 Prozent mehr Fälle gegeben als zum gleichen Zeitraum im Jahr 2018, wo es bisher die meisten gab.

«Wir halten es unabhängig von den jährlichen Zahl für ratsam, dass sich Menschen in Deutschland, insbesondere in den Risikogebieten, impfen lassen», betont Prof. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. Die Ständige Impfkommission des RKI empfiehlt den Impfschutz allen Menschen, die in einem Risikogebiet wohnen und zum Beispiel dort im Wald spazieren gehen - die also «zeckenexponiert» sind. Wer in ein FSME-Risikogebiet reist, sollte ebenfalls darüber nachdenken.

Risikogebiete in Deutschland

Zu den Risikogebieten zählen laut RKI große Teile Bayerns und Baden-Württembergs sowie der Süden Hessens und Thüringens und Teile Sachsens. Auch einzelne Kreise in Rheinland-Pfalz und im nördlichen Hessen sowie der Landkreis Emsland in Niedersachsen gelten als Risikogebiete.

Erste Anzeichen der FSME zeigen sich zwei bis drei Wochen nach dem Zeckenstich durch grippeähnliche Symptome. In schweren Fällen greift das Virus laut CRM dann Hirn, Hirnhaut und Rückenmark an. Mögliche Folgen sind Lähmungen, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen.

© dpa-infocom, dpa:200918-99-614998/2

RKI: FSME-Risikogebiete (Karte, pdf)

RKI: Fragen und Antworten zu FSME-Impfung

RKI: Mitteilung zu FSME-Zahlen 2020


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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