Höheres Erkrankungsrisiko für Kaiserschnitt-Kinder

04.10.2019
Frühgeborene Babys sind einem höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt. Das belegt eine neue Sudie. Große Wahrscheinlichkeitswerte ergeben sich vor allem für eine bekannte psychische Störung.
Frühgeborene brauchen besondere medizinische Aufmerksamkeit, denn ihre Gesundheit ist gerade in den ersten Wochen labiler als bei anderen Neugeborenen. Foto: Arno Burgi/zb/dpa
Frühgeborene brauchen besondere medizinische Aufmerksamkeit, denn ihre Gesundheit ist gerade in den ersten Wochen labiler als bei anderen Neugeborenen. Foto: Arno Burgi/zb/dpa

Mainz (dpa/lrs) - Kaiserschnitt-Kinder haben nach einer Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK) ein höheres Erkrankungsrisiko als andere Babys. «Eine Frühgeburt wirkt sich noch stärker auf die Gesundheit der Kinder aus», teilte die TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Mainz mit.

Bei Kaiserschnitt-Kindern sei beispielsweise das Risiko für eine chronische Bronchitis in den ersten acht Lebensjahren um fast zehn Prozent erhöht. Die Wahrscheinlichkeit für leichte und mittlere Entwicklungsstörungen liege um 9 Prozent höher und für ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) sogar um 16 Prozent. «Frühgeborene leiden häufiger an Entwicklungsstörungen, Sehbeeinträchtigungen und Erkrankungen der unteren Atemwege.»

Die TK ließ für die Erhebung nach eigenen Angaben die Routinedaten von mehr als 38.000 Kindern acht Jahre lang auswerten, von 2008 bis 2016. Jedes dritte rheinland-pfälzische Kind kommt danach per Kaiserschnitt zur Welt. Das sei bundesweit nach dem Saarland der zweithöchste Wert, nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gebe es aber nur bei 10 bis 15 Prozent der Geburten einen medizinischen Grund für einen Kaiserschnitt. In Rheinland-Pfalz seien zudem allein 2017 fast 2700 Säuglinge vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren worden.

Kindergesundheitsreport der TK


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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