Hilft Vitamin C gegen das Coronavirus?

24.03.2020
Covid-19 lässt sich mit Vitamin C vorbeugen - das wird zumindest wird im Internet gern behauptet. Aber stimmt das auch?
Nach Aussagen von Experten gibt es keinerlei Beleg dafür, dass Vitamin C das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 «höchst effektiv» abttötet. Foto: Robert Günther/dpa-tmn/dpa
Nach Aussagen von Experten gibt es keinerlei Beleg dafür, dass Vitamin C das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 «höchst effektiv» abttötet. Foto: Robert Günther/dpa-tmn/dpa

Berlin (dpa) - Vitamine sind gesund, so viel ist klar. Aber helfen sie auch gegen das Coronavirus? Eine steile These dazu macht in den sozialen Netzwerken die Runde.

- Behauptung: Vitamin C sei viruzid, töte also das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 «höchst effektiv» ab.

- Bewertung: Nach Aussagen von Experten gibt es keinerlei Beleg für eine solche Wirkung von Vitamin C. Das Vitamin wird jedoch von einigen Forschern als Mittel angesehen, um die Therapie von schweren entzündlichen Prozessen zu unterstützen.

- Fakten: Eine Sprecherin des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte konnte die angeblich viruzide Wirkung von Vitamin C auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bestätigen. Ihr sei eine solche Wirkung nicht bekannt. Auch der Virologe Stephan Günther vom Bernhard-Nocht-Institut zeigt sich skeptisch: Ihm lägen keinerlei Belege vor, dass Vitamin C das Coronavirus abtöten könne.

Allerdings könnte Vitamin C in sehr hohen Dosen zumindest einigen Studien zufolge helfen, den Zustand von Intensivpatienten zu verbessern, etwa bei einer Blutvergiftung. Solche Patienten haben zum Teil einen sehr hohen Vitamin-C-Bedarf. In anderen Studien konnten Forscher diese Wirkung jedoch nicht belegen.

In der chinesischen Stadt Wuhan, die besonders stark von Covid-19 betroffen war, wird derzeit eine klinische Studie zum Einsatz von äußerst hoch dosiertem Vitamin C bei Lungenentzündungen durchgeführt. Dabei wird den schwer kranken Patientinnen und Patienten zweimal am Tag je 12 Gramm Vitamin C injiziert - also in einer Dosierung, die etwa dem 240-fachen der empfohlenen Tagesmenge entspricht. Bis die Ergebnisse vorliegen, wird es jedoch noch eine Weile dauern.

DGEM-Leitlinie zu klinischer Ernährung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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