Gutachten-Termin zur Pflegebedürftigkeit gut vorbereiten

04.01.2019
Wenn Menschen plötzlich Pflege benötigen, wird über den Umfang der Leistungen durch die Pflegekasse entschieden. Vor dem ersten Besuch des Gutachters gibt es einiges zu beachten.
Wird ein Mensch zum Pflegefall, sollte man auf den ersten Termin mit dem Gutachter gut vorbereitet sein. Foto: Oliver Berg
Wird ein Mensch zum Pflegefall, sollte man auf den ersten Termin mit dem Gutachter gut vorbereitet sein. Foto: Oliver Berg

Berlin (dpa/tmn) - Oft kommt es unerwartet: Plötzlich ist man abhängig von der Hilfe anderer. Welche Leistungen einem im Fall der Pflegebedürftigkeit zustehen, entscheidet dann die Pflegekasse.

«Es ist wichtig, sich gut auf den Termin mit dem Gutachter vorzubereiten», sagt Daniela Hubloher von der Verbraucherzentrale Hessen.

Sie empfiehlt den Angehörigen, sich schon im Vorfeld über die Bereiche, die bewertet werden, zu informieren. «Die neuen Begutachtungskriterien können online auf den Seiten des Medizinischen Diensts des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen eingesehen werden», erklärt Hubloher.

Wichtig sei, dass der Pflegebedürftige bei dem Termin nicht alleine ist. «Besonders ältere Menschen neigen gerne dazu, sich fitter zu stellen, als sie wirklich sind, weil sie sich schämen», sagt Hubloher. Deshalb sollte jemand mit dabei, der die Person gut kennt.

Außerdem sollte man sich um den Termin für das Gutachten frühzeitig bemühen. «Leistungen werden nur rückwirkend bis zur Antragsstellung erstattet», sagt Hubloher. Hilfreich sei es auch, medizinische Unterlagen bereitzuhalten. Wer sich vorher schon gut überlegt, in welchen Bereichen Unterstützung benötigt wird, kann das dem Gutachter direkt sagen.

Verbraucherzentrale Begutachtung durch den MDK


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Innerhalb der gleichen Einrichtung sollen die Eigenanteile aller Bewohner ab Pflegegrad zwei gleich hoch sein. Foto: Arno Burgi Pflegesystem: Mehr Leistungen für mehr Betroffene In gut zwei Wochen startet die zweite Stufe des Pflegestärkungsgesetzes II. Pflegebedürftige werden nach einem neuen Begutachtungssystem neu eingestuft - mit Bestandsgarantie.
Pflegebedürftige haben in der Klinik ein Recht auf Anschlussversorgung. Sie werden erst entlassen, wenn fest steht, wie sie im Anschluss betreut werden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Die Pflege nach dem Klinik-Aufenthalt sicherstellen Für Senioren und ihre Angehörigen ist es eine schwere Zeit: Während eines Krankenhausaufenthalts wird klar, dass ohne Hilfe der Alltag nicht mehr zu bewältigen ist. Für die Organisation der Pflege gibt es dann Unterstützung.
Wer Leistungen der Pflegeversicherung erhält, hat einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Foto: Oliver Berg/Symbolbild Wer bei der Pflegekraft-Suche berät und hilft Vertrauenswürdig, gut ausgebildet und freundlich - die Suche nach einer passenden Pflegekraft ist nicht einfach. Und die Ansprüche sind hoch - schließlich verbringt die Pflegekraft viel Zeit mit dem Pflegebedürftigen. Kostenlose Beratungsstellen bieten Hilfe.
Eine pflegebedürftige Frau in einem Seniorenzentrum. Die drei Pflegestufen wurden in fünf Pflegegrade übergeleitet. Dies führte dazu, dass 80 000 Menschen zusätzlich Pflegeleistungen erhielten. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Symbolbild Reform: 80 000 Menschen erhalten zusätzlich Pflegeleistungen Darauf haben viele Menschen gewartet, die allein nicht zurecht kommen. Seit Jahresbeginn können sie mehr Hilfe aus der Pflegeversicherung erhalten. Zehntausendfach haben Betroffene reagiert.