Gesundheitsmythos: Allergie durch zu viel Hygiene?

01.06.2016
Wer als Kind nicht im Sandkasten spielen durfte, ist anfälliger für Allergien. Was hat es mit diesem bekannten Gesundheitsmythos auf sich? Ein Allergieforscher klärt auf.
Neben der Hygiene sind Allergien auch auf Umweltfaktoren wie Pollen zurückzuführen. Foto: Friso Gentsch
Neben der Hygiene sind Allergien auch auf Umweltfaktoren wie Pollen zurückzuführen. Foto: Friso Gentsch

Berlin (dpa/tmn) - «Ein bisschen Dreck hat noch keinem geschadet»: Ein Spruch, den Eltern oft zu hören bekommen. Dahinter steckt die weit verbreitete Annahme, dass zu viel Hygiene Allergien auslöst.

Aber stimmt das eigentlich? «Das lässt sich mit einem klaren Jein beantworten», sagt Prof. Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF).

Dafür spreche, dass Allergien in der westlichen Welt viel häufiger geworden sind, seit die Hygiene sich verbessert hat. Andererseits haben aber auch Kinder, die etwa auf einem Bauernhof aufwachsen, heute häufiger Allergien als früher, betont Zuberbier. Allergien seien demnach neben der Hygiene auch auf Umweltfaktoren wie Rußpartikel oder Pollen in der Luft zurückzuführen.

Es sei wichtig, das richtige Maß an Hygiene einzuhalten. Ständig mit Desinfektionsmitteln herumzusprühen, empfiehlt sich daher nicht. Sich bewusst Keimen auszusetzen, aber genauso wenig, sagt der Experte.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wenn die Nase läuft und der Hals kratzt, suchen viele im Internet nach Tipps und Hausmitteln. Dabei sollte man nicht jeder Information vertrauen. Foto: Silvia Marks Darauf kommt es an: Gesundheits-Infos im Netz Das Internet ist für viele ein selbstverständliches Rechercheinstrument - auch wenn es um die Gesundheit geht. Dagegen ist nichts zu sagen. Doch es sind Vernunft und etwas Skepsis gefragt, damit aus Information nicht Desinformation wird.
Das Dampfen von E-Zigaretten ist zwar weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten zu rauchen. Langzeitfolgen sind aber bisher nicht ausreichend untersucht. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Light-Zigarette und Heat Stick: Geht Rauchen auch gesünder? Light-Zigaretten, E-Zigaretten und Heat Sticks versprechen weniger gesundheitsschädlich zu sein als herkömmliche Zigaretten. Manche der Produkte schaden tatsächlich etwas weniger als die Tabak-Klassiker. Unbedenklich sind sie Experten zufolge aber ganz und gar nicht.
Das Dampfen von E-Zigaretten ist zwar weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten zu rauchen. Langzeitfolgen sind aber bisher nicht ausreichend untersucht. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Von Light-Zigarette bis Heat Stick: Geht «gesünder» rauchen? Light-Zigaretten, E-Zigaretten und Heat Sticks versprechen weniger gesundheitsschädlich zu sein als herkömmliche Zigaretten. Manche der Produkte schaden tatsächlich etwas weniger als die Tabak-Klassiker. Unbedenklich sind sie Experten zufolge aber ganz und gar nicht.
Ständiger Spagat: In ihrer Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen muss Lina-Sophie Raabe fachliches und menschliches verbinden. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn Wie werde ich Kauffrau/mann im Gesundheitswesen? Sie jonglieren mit Zahlen und Worten, schreiben Rechnungen und beraten Patienten: Kaufleute im Gesundheitswesen sind echte Allrounder. Doch der Spagat zwischen Bürokratie und Mitgefühl kann zur Herausforderung werden.