Gemeinschaft macht Appetit

01.03.2019
Essen in Gemeinschaft ist gesünder als alleine. Dies gilt für alle und sollte im Besonderen in der Pflege von Demenzkranken berücksichtigt werden. Was können Pflegende tun, um die Nahrungsaufnahme zu einem stressfreien und angenehmen Ritual werden zu lassen?
Beim Essen in Gemeinschaft zieht der Körper mehr Energie aus Lebensmitteln als bei Solo-Mahlzeiten, erklärt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Foto: Ina Fassbender
Beim Essen in Gemeinschaft zieht der Körper mehr Energie aus Lebensmitteln als bei Solo-Mahlzeiten, erklärt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Foto: Ina Fassbender

Berlin (dpa/tmn) - Wer Demenzkranke zu Hause pflegt, sollte möglichst mit ihnen zusammen essen. Das fördert nicht nur den Appetit, sondern ist auch gesund: Beim Essen in Gemeinschaft zieht der Körper mehr Energie aus Lebensmitteln als bei Solo-Mahlzeiten, erklärt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.

Demenzpatienten verunsichert es außerdem, alleine am Tisch zu sitzen. Viele verstehen die Situation falsch und denken, dass die anderen noch auf ihr Essen warten oder fertig sind - und essen dann selbst nichts.

Wichtig ist grundsätzlich, dass Pflegebedürftige Essen nicht als lästige oder stressige Pflicht empfinden. Denn so entwickeln sie mit der Zeit eine Abneigung dafür. Angehörige sollten Mahlzeiten daher so planen, dass dafür genug Zeit ist. Andere Pflichtveranstaltungen wie Toilettengänge oder das Waschen, die Pflegebedürftige oft als unangenehm empfinden, sollten möglichst nicht direkt davor liegen.

Die wichtigste Mahlzeit des Tages ist für Demenzpatienten das Frühstück: Viele Betroffene sind dann noch relativ konzentriert und aktiv und können deshalb auch gut essen. Hier lohnt es sich, eine möglichst entspannte Atmosphäre zu schaffen. Kaffee- oder Brötchenduft und Geschirrklappern können im Langzeitgedächtnis zum Beispiel Erinnerungen an frühere ähnliche Situationen wecken und so den Appetit anregen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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