Fingerfood ist nicht nur etwas für Partys

10.04.2019
Das Auge isst mit. Dieser Satz trifft auf Fingerfood ganz besonders zu. Denn die kleinen, appetitlich angerichteten Häppchen sind in ihrer Vielfalt und Farbenpracht nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch ein unwiderstehlicher Genuss.
Eine Avocado-Melonen-Verrine sieht nicht nur gut aus - sie schmeckt auch so. Eine Verrine heißt nichts anderes als «in einem Glas serviert». Sie ist schnell vorbereitet und auch schnell gegessen. Foto: Wolfgang Schardt/Becker Joest Volk Verlag
Eine Avocado-Melonen-Verrine sieht nicht nur gut aus - sie schmeckt auch so. Eine Verrine heißt nichts anderes als «in einem Glas serviert». Sie ist schnell vorbereitet und auch schnell gegessen. Foto: Wolfgang Schardt/Becker Joest Volk Verlag

Hamburg (dpa/tmn) - Fingerfood ist abwechslungsreich und lässt im Idealfall keine Wünsche offen. «Die liebevoll angerichteten Kleinigkeiten passen zu vielen Gelegenheiten», sagt die Hamburger Foodstylistin und Kochbuchautorin Anne-Katrin Weber.

Ob als Vorspeise, Begleitung zu einem Glas Wein, als Büfett oder Flying Menü - Fingerfood lädt zum Zugreifen ein und trägt zu einer legeren und kommunikativen Atmosphäre bei.

Von den Vorteilen des Fingerfoods gegenüber einem festen, am Tisch servierten Menü schwärmt auch die Bad Kissinger Cateringunternehmerin Astrid Schmitt, die unter anderem Fingerfoodseminare für Küchenprofis und ambitionierte Laienköche gibt. «Fingerfood ist unkompliziert. Man kann probieren, was und wann man will und sich so im Laufe des Abends satt naschen.»

Häppchen animieren zum Platzwechsel

Die kleinen Häppchen animierten zudem, auch einmal etwas zu kosten, was man sich in einer großen Portion nicht bestellen würde. Zum Sattwerden rät Schmitt, je nach Größe mit 10-15 Fingerfoodhäppchen pro Gast zu rechnen. Zusätzlicher Vorteil für die Gastgeber: Da die Gäste bei Fingerfood die Sitzplätze - und damit auch die Gesprächspartner - wechseln und zwischendurch auch einmal stehen, können mehr Personen eingeladen werden, als Stühle vorhanden sind.

Was nicht direkt aus der Hand gegessen werden kann, wird auf kleinen Tellern, in Schälchen oder Minigläsern serviert. «Das kann ein Schnapsglas oder eine Espressotasse sein», sagt Schmitt. Auch spezielle Fingerfood-Löffel, für den einen Happs vom Löffel, müssen nicht unbedingt angeschafft werden. Ein Sammelsurium aus vorhandenen Suppenlöffeln oder Omas Silberbesteck erfüllt denselben Zweck.

Schmitt serviert als Löffelfood zum Beispiel eine Komposition aus Lachsschinken mit grünem Apfel, Frischkäse und Melonenbällchen oder ein Lachskonfekt mit schwarzem Sesam, Meerrettichfrischkäse und Forellenkaviar.

Leckeres mit Frischkäse

Frischkäse gehört zu den Topstars der Fingerfoodküche. «Naturfrischkäse schmeckt fast zu allem und passt sich an verschiedene Aromen von Oliven bis Erdbeeren an», sagt Schmitt. Außerdem sei er ein prima «Kleber», um auf Canapès auch aufwendigen Garnituren Halt zu geben. Besonders schön sieht es aus, wenn der Frischkäse dafür mit einem Spritzbeutel aufgespritzt wird. Auch Eventmanager Benedikt Kneilmann von Bestecklos Fingerfood Berlinempfiehlt, zu Zutaten mit «verschiedenen Konsistenzen» zu greifen. So sei es beispielsweise ratsam, ein kleines Stück Fleisch auf eine passende Creme zu setzen, damit es nicht verrutscht.

Fingerfood für eine größere Anzahl von Gästen zuzubereiten, ist aufwendig und kostet Zeit, umso entscheidender ist eine gute Planung. «Das Wichtigste ist, darauf zu achten, dass die einzelnen Gänge gut vorbereitet werden können», betont Kneilmann. So könne man bei einem Flying Menü zunächst ein kleines Süppchen reichen und die Desserts schon vorab in Gläser füllen, damit diese nicht mehr am Abend angerichtet werden müssen. Außerdem rät der Experte, niemals jedes Fingerfoodteil bis zum Schluss einzeln anzurichten. Effizienter ist es, nach und nach einzelne Komponenten zusammenzusetzen. Also erst überall die Creme aufstreichen, dann überall das Fleisch aufsetzen.

Für ihre Crêpe-Kräuter-Röllchen bestreicht Anne-Katrin Weber Crêpes mit einer Creme aus Parmesan, Kräutern, Ricotta, Zitronenabrieb, Salz und Pfeffer und rollt sie auf. Sie können schon ein bis zwei Tage vor dem großen Auftritt zubereitet werden. Kurz vor dem Servieren werden die Rollen dann nur noch quer in mundgerechte Stücke geschnitten und mit einem kleinen Spieß befestigt. Ihr Tipp für ein schnell zuzubereitendes und doch attraktives Fingerfoodspießchen: Grünen Spargel garen, auf mundgerechte Länge schneiden und im Wechsel mit kleinen Mozzarellakugeln aufspießen.

Literatur:

Astrid Schmitt: Moderne Platten & Häppchen, Matthaes Verlag, 264 S., 64,90 Euro, ISBN-13: 978-3-875154214.

Anne-Katrin Weber: Party- und Fingerfood - deftig vegetarisch, Becker Joest Volk Verlag, 192 S., 29,95 Euro, ISBN-13: 978-3-954530984.

Von dem Buch sind nur noch Restexemplare vorhanden.

Homepage Anne-Katrin Weber mit Kochkursen

Homepage Bestecklos Fingerfood

Homepage Astrid Schmitt Catering und Seminare


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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