Experte: Allergiker durch Corona nicht besonders gefährdet

17.04.2020
Mit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus kam bei vielen Pollenallergikern die Sorge auf: Gehöre ich zur Gruppe der Risikopatienten? Ein Lungenfacharzt gibt nun Entwarnung.
Pollen-Allergiker sind in der Corona-Pandemie nicht mehr gefährdet als andere. Foto: Angelika Warmuth/dpa
Pollen-Allergiker sind in der Corona-Pandemie nicht mehr gefährdet als andere. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Berlin (dpa) - Pollen-Allergiker sind in der Corona-Pandemie nach Expertenangaben nicht stärker gefährdet als andere Menschen. «Die Reaktion auf Pollen führt zu einer Überreaktion des Immunsystems, das Immunsystem ist nicht geschwächt», erklärte Berthold Jany, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

Bisher zeigten vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa durch Vorerkrankungen, schwere Verläufe der Covid-19-Krankheit. In der derzeitigen Blütezeit bestehe demnach kein erhöhtes Risiko für Menschen mit Allergien oder Überempfindlichkeitsreaktionen, sich mit dem Sars-CoV-2-Erreger anzustecken.

Auch im Falle einer Ansteckung müssten Allergiker nicht mit mehr starken Symptomen rechnen als Menschen ohne Allergien. Jany riet Betroffenen ihre Medikamente weiterhin wie gewohnt einzunehmen und Kortison- und Asthmasprays nicht abzusetzen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Um Ekzemen vorzubeugen, empfehlen Experten alkoholisches Desinfektionsmittel und Feuchtigkeitscreme für die Hände. Foto: Sina Schuldt/dpa Was vor Hautschäden wegen häufigen Händewaschens schützt Die Handhygiene ist entscheidend, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Allerdings kann das kräftige Reinigen der Finger juckende Ekzeme hervorrufen. Doch was sollte man dann tun?
Wegen einer vermuteten Unverträglichkeit verzichten immer mehr Deutsche auf Gluten. Dieser Trend zeigt sich auch bei der Ernährung von Kindern. Foto: Daniel Karmann/dpa Von echten und gefühlten Lebensmittelallergien Der Mensch ist, was er isst. Ernährung kann aber auch zur Mode werden. Immer mehr Menschen verzichten hierzulande auf Grundnahrungsmittel - eine rätselhafte Entwicklung.
nach Schätzungen haben etwa drei Prozent der Erwachsenen und vier bis sechs Prozent der Kinder in Deutschland eine Nahrungsmittelallergie. Foto: Daniel Karmann/dpa Immer mehr Menschen leiden unter Lebensmittelallergien Kuhmilch, Weizen oder Nüsse - darauf reagieren manche Menschen heftig. Ausschlag, Atemnot und sogar lebensbedrohliche Folgen können Lebensmittel-Allergien haben. Wie diese entstehen, ist noch nicht vollständig erforscht.
Kein Frühling zum Genießen: Für manche Betroffene ist Heuschnupfen nur nervig - andere leiden aber auch richtig darunter. Foto: Christin Klose Alles rund um den Heuschnupfen Die Ursachen: unklar. Die Behandlungsmöglichkeiten: langwierig - und kompliziert. Die Ausprägung: sehr, sehr individuell. Der Heuschnupfen gibt Experten viele Rätsel auf - und ist eine Qual für die Betroffenen. Doch gegen die Gräser-Pollen ist ein Kraut gewachsen.