Etwas Schusseligkeit ist noch keine Demenz

03.07.2019
Wenn ältere Menschen vergesslich werden, setzt schnell die Angst vor einer Demenz ein. Die Furcht ist jedoch meist unbegründet. Wo die Grenze zwischen Schusseligkeit und Krankheit verläuft:
Viele Ältere fürchten eine Demenz, wenn sie im Alltag vergesslicher werden. Foto: Sebastian Kahnert
Viele Ältere fürchten eine Demenz, wenn sie im Alltag vergesslicher werden. Foto: Sebastian Kahnert

Baierbrunn (dpa/tmn) - Wo ist der Schlüssel? Und was wollte ich einkaufen? Viele Ältere fürchten eine Demenz, wenn sie im Alltag plötzlich Termine vergessen oder Gegenstände verlegen. Die Angst ist aber unbegründet, heißt es in der «Apotheken Umschau» (Ausgabe A7/2019).

Etwas Schusseligkeit ist demnach kein Einzelfall und zudem angeboren. Manche Menschen lassen sich einfach schneller ablenken - und vergessen darüber ganz alltägliche Dinge. Gegensteuern können Betroffene zum Beispiel mit Routine und Planung: Wer seinen Schlüssel immer an denselben Platz legt oder die Tasche für den nächsten Tag schon abends packt, gibt sich selbst weniger Gelegenheit, etwas zu verlegen oder vergessen.

Ein Fall für den Arzt wird Vergesslichkeit immer, wenn sie auffällig zunimmt oder sich ausweitet. Wer plötzlich Schwierigkeiten hat, Wege zu finden oder Menschen wiederzuerkennen, sollte das abklären lassen. Auch das muss aber noch keine Demenz sein - hinter den Symptomen kann zum Beispiel auch Flüssigkeitsmangel stecken, gerade bei Älteren.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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