Erste Hilfe ohne erhöhtes Infektionsrisiko

06.05.2020
Bei einem Herzstillstand entscheiden oft Minuten über Leben und Tod, auch in Corona-Zeiten. Ersthelfer müssen schnell sein. Wie geht eine Herzdruckmassage mit möglichst geringer Ansteckungsgefahr?
In Erste-Hilfe-Kursen lernt man, wie ein Mensch reanimiert werden kann - auch während der Corona-Pandemie sollte man das Wissen im Notfall einsetzen und helfen. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
In Erste-Hilfe-Kursen lernt man, wie ein Mensch reanimiert werden kann - auch während der Corona-Pandemie sollte man das Wissen im Notfall einsetzen und helfen. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Frankfurt am Main (dpa/tmn) - Menschen mit einem Herzstillstand sind auch in Zeiten der Corona-Pandemie auf schnelle Hilfe angewiesen. Ersthelfer können dabei ohne erhöhtes Infektionsrisiko eine Herzdruckmassage ausführen, wenn sie bestimmte Regeln einhalten. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung hin.

Prüfen, Hilfe rufen, Drücken und, falls man zu zweit und ein Defibrillator in der Nähe ist, Schocken: Diese vier Schritte zur Wiederbelebung für Laienhelfer galten bisher und gelten weiterhin - mit kleinen Veränderungen.

Anders als bislang empfohlen, bewegt der Laienhelfer im ersten Schritt nicht etwa die Schultern der bewusstlosen Person, sondern spricht sie laut an. Um zu prüfen, ob der Bewusstlose noch atmet, legt man nicht mehr das Ohr an Mund und Nase, sondern beobachtet, ob sich sein Brustkorb synchron zum Atem bewegt.

Zum Schutz vor Infektionen empfiehlt die Herzstiftung, der bewusstlosen Person vor der Herzdruckmassage ein leichtes Tuch auf Mund und Nase zu legen. Ersthelfer können sich zusätzlich mit einer Gesichtsmaske schützen. Auf eine Mund-zu-Mund-Beatmung kann nach Angaben der Experten verzichtet werden.

Pressemitteilung Deutsche Herzstiftung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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