Erleichterungen für Familien in der Corona-Krise

26.08.2020
Die große Koalition will Familien in der Corona-Krise entlasten. So sollen den Eltern mehr Kinderkrankentage zustehen. Vereinbart wurde auch, dass pflegende Angehörige der Arbeit häufiger fern bleiben dürfen.
Laut Koaltionsbeschluss sollen Elternpaare das Kinderkrankengeld in diesem Jahr für jeweils fünf weitere Tage erhalten. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn
Laut Koaltionsbeschluss sollen Elternpaare das Kinderkrankengeld in diesem Jahr für jeweils fünf weitere Tage erhalten. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn

Berlin (dpa) - Gesetzlich Versicherten stehen in diesem Jahr wegen der Corona-Krise mehr Krankentage zur Betreuung ihrer Kinder zur Verfügung. Für Elternpaare soll das Kinderkrankengeld für jeweils fünf weitere Tage und für Alleinerziehende für zusätzliche zehn Tage gewährt werden. Das haben die Spitzen der großen Koalition beschlossen.

«Angesichts der Corona-Pandemie kann der bestehende Anspruch in manchen Fällen nicht ausreichen», heißt es im Beschluss. Zur Pflege eines erkrankten Kindes stehen Eltern in der Regel pro Jahr zehn freie Arbeitstage zu. Bei Alleinerziehenden sind es bis zu 20 Tage. Das gilt für alle Kinder unter zwölf Jahren.

Darüber hinaus können auch Personen, die wegen der Pandemie Angehörige pflegen oder Pflege neu organisieren müssen, in diesem Jahr bis zu 20 Arbeitstage der Arbeit fernbleiben. Das Pflegeunterstützungsgeld kann ebenfalls bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch genommen werden, wenn die Pflege aufgrund von Corona-bedingten Versorgungsengpässen zu Hause erfolgt.

Zudem sollen Kinder ärmerer Eltern auch bei Schul- und Kitaschließungen wegen Corona weiter kostenloses Mittagessen erhalten können. Die Kinder sollen bis 31. Dezember 2020 mit Mittagessen im Rahmen des Bildungspakets versorgt werden, wie die Koalitionsspitzen in der Nacht zu Mittwoch in Berlin beschlossen. Wie viele Kinder von der Sonderregelung zuletzt Gebrauch gemacht hatten, geht aus dem Beschlusspapier nicht hervor. Kritiker hatten im Frühjahr bemängelt, dass Lieferungen nach Hause durch einen kommunal anerkannten Anbieter nur schwer umsetzbar seien.

© dpa-infocom, dpa:200826-99-312900/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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